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Wandern und Bergsteigen in der Serra de Tramuntana

im Februar 2013

Standquartier: Port de Sóller

Alle Wegbeschreibungen ohne Gewähr!

Inhalt

Puig de ses Vinyes
Morro d'Almallutx – Puig de sa Font
Puig Caragoler de Femenia
Puig des Moro
Pas d'en Bisquerra
sa Foradada
Cova des Migdia
Hafen von Port de Sóller
vom Refugi de Muleta zur Cala de Dejà
Torre de Lluc
Puig de sa Bassa
Torre Picada

Im Februar 2013 waren meine Frau und ich mal wieder in Port de Sóller im Hotel Eden. Wir hatten überwiegend schönes Wetter, sodass wir viele tolle Touren unternehmen konnten. Benötigtes Kartenmaterial siehe http://www.wander-mueller.de/mallorca-allgemein.html. Beim Landeanflug am frühen Morgen konnte ich dank richtiger Lichtverhältnisse ein paar schöne Fotos schießen.










Wir hatten überwiegend schönes Wetter. Die Mandelbäume standen in voller Blüte. Aber es gab auch Regen und Sturm, der die Gischt an den Felsen am Meer hochschlagen ließ.


Mandelbaum


Gischt an den Felsen vor der
Hafenbucht von Port de Sòller


Besteigung des Puig de ses Vinyes


Bei herrlichem warmem Wetter nahmen meine Internetbekanntschaft Helga und ich unseren ersten Berg in Angriff. Karte: Tramuntana Nord.

Trotz dieses Namens kann ich mir Weinbau am Fuße dieses Berges nicht vorstellen. Dieser Gebirgszug verläuft in Südwest-Nordost-Richtung nördlich vom Cuber-Stausee. Er wird wenig begangen. Es gibt drei Aufstiegsmöglichkeiten. Wir wählten die schönste von Südwesten her über den ganzen Bergkamm bis zum Gipfel. Über die richtige Einstiegsstelle gibt es mehrere differierende Angaben. Also liefen wir vom Parkplatz Cuber-Stausee auf der Straße C 710 Richtung Sóller und hielten nach einer Möglichkeit Ausschau. Die Schwierigkeit besteht darin, dass das ganze Gelände eingezäunt ist. Endlich fanden wir beim Km 34,7 direkt in einer Linkskurve eine niedergetretene Zaunstelle zum Übersteigen.


Der Puig de ses Vinyes


Der Nachbarberg Puig Major

Einen Weg gibt es nicht, aber Steinmännchen sind sporadisch vorhanden. Verlaufen kann man sich kaum. Mann muss sich zunächst links halten und möglichst nahe bei einem Steinmännchen hochklettern, um den Kamm zu erreichen. Dann einfach den Kamm entlang. Man kann nicht über jeden der vielen Vorgipfel gehen, daher möglichst rechts halten. Ab der Stelle, wo der Grat zum Gipfel sichtbar wird und noch ein Buckel davor steht, links halten, also links an diesem Buckel vorbei. Und wieder versperrt ein Zaun den Weg. Unsere bange Frage: Gibt es eine Möglichkeit zum Übersteigen? Voller Spannung gingen wir auf den Zaun zu. Und siehe da, es gibt tatsächlich einen (abenteuerlichen) Überstieg mit quer zum Zaun verlaufenden Eisenstangen.


In karstiger Landschaft


Wilde Ziegen schauen uns zu



Blick auf den Stausee Gorg Blau


Der Gipfelgrat

Am Vorgipfel ist eine Rampe von links unten nach rechts oben zu sehen. Auf diese muss man zugehen. Aber jetzt tut sich das größte Hindernis der ganzen Tour auf. Vor der Rampe ist ein steiles Felsstück. Wie und an welcher Stelle kommt man da hoch? Zwei junge Spanier - übrigens die einzigen Wanderer, die uns an diesem Tag begegneten – holten uns an dieser Stelle ein. Wir hörten, wie einer sagte: „Da gehe ich nicht hoch“. Wir entschlossen uns, an einer steilen Rinne hochzuklettern. Helga, die übrigens gut klettern kann, ging voraus. Vorsichtig, mit einem Schuss Angst stieg ich hinterher. Die Rampe hoch und das letzte Stück zum Gipfel waren dagegen ein Kinderspiel. Und siehe da, unsere Spanier kamen auch am Gipfel an.

Grandioser Rundblick. Besonders erwähnenswert wegen der Nähe sind westlich der Puig Major und östlich der Puig de Massanella mit dem Stausee Gorg Blau davor.


Klettern in der Schlüsselstelle


Die Felsnadel Agulla des Frare am Puig Major

Zum Abstieg wählten wir die einfache Route hinunter in das Tal zwischen Puig Major und unserem Berg. Hier gibt es mehr oder weniger einen Pfad. Nach Norden und Osten fällt der Puig steil ab, da kann man nicht gehen. Wir folgten Steinmännchen, allerdings zu weit, denn es gibt auch einen Pfad in entgegengesetzter Richtung zur Calobra-Straße hinunter. Den Torrent darf man nicht überqueren. Also links halten. Wir wollten nicht zurückgehen und mussten das mit einer Schinderei durch viel Gestrüpp büßen. Wir sahen den sogar ziemlich breiten Weg, den wir verfehlt hatten. Wir gelangten dann auf der Straße zum Puig Major innerhalb des Sperrgebietes wieder zur C 710. Auf dem Normalweg lässt man die Militärstraße rechts liegen.

Es ist eine schwere Tour, für die absolute Trittsicherheit erforderlich ist. Die scharfkantigen und teils brüchigen Felsen dürfen nicht unterschätzt werden. Die Höhenmeter sind nicht gravierend. Der Einstieg ist bereits ca. 800 m hoch. Die öfters angegebene Zeit von 4,5 Stunden halte ich für zu kurz bemessen. Wir waren den ganzen Tag unterwegs.

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Morro d'Almallutx – Puig de sa Font


Karte: Tramuntana Central. Eigentlich wollte ich einen Ruhetag einlegen. Aber einige Bekannte und meine Frau Ursula planten, den Puig des Tossals Verds zu besteigen, auf dem ich schon des öfteren war. Auch eine Überschreitung hatte ich schon gemacht, mit schwierigem Abstieg Richtung südwest. Nochmals diesen Berg rauf wollte ich nicht, aber auf dem Nachbarberg Morro d'Almallutx war ich nocht nicht.

Also zogen wir bei schönstem Wetter vom Parkplatz am Cuber-Stausee los, zunächst an der Wasserleitung entlang auf dem GR 221. Kurz hinter dem Coll des Coloms bogen wir rechts ab, hinauf zu den alten Schneehäusern in der Senke zwischen den beiden Bergen. Da trennten sich unsere Wege; links geht’s zum Tossals Verds, ich ging rechts.

Einen Weg gibt es nicht. Aber das felsige Gelände ist wenig bewachsen und ohne Kletterstellen, sodass man relativ bequem hinauf gelangt. Den Gipfel vor Augen kann man sich auch nicht verlaufen. Nach einer guten halben Stunde stand ich oben. Da konnte ich natürlich noch nicht Feierabend machen. Wie wär's mit dem Nachbarn, Puig de sa Font? Die Frage ist nur, kommt man da überhaupt rüber. Ich wanderte nach Westen, erreichte noch einen Nebengipfel und sah, dass auch dieser Gipfel nach einem kurzen Abstieg recht bequem zu erreichen ist.

Der Abstieg war etwas schwieriger, aber ohne Orientierungsprobleme. Man muss einfach nur auf die Senke zuhalten, über einen niedrigen Felsriegel steigen und links auf einem Pfad mit viel Dissgras zu den Schneehäusern zurückkehren. Nach einer kurzen Wartezeit kamen die anderen auch an, und so gingen wir wieder gemeinsam zum Auto. Am Mirador de ses Barques legten wir noch eine kurze Rast mit frisch gepresstem Orangensaft ein.


Der Morro d'Almallutx


Blick vom Mirador des ses Barques auf Port de Sóller

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Besteigung des Puig de Caragoler de Femenia


Wieder schienen sieben Sonnen. Meine neue Wanderfreundin schlug eine wenig bekannte Tour vor, die Besteigung des Puig Caragoler de Femenia. Karte: Tramuntana Nord.Der Berg liegt nordöstlich vom Puig Roig, der den meisten Mallorca-Wanderern von der sonntags erlaubten Umrundung her bekannt ist.

Wir starteten beim Km 14,2 bei der Finca Mosset und nahmen den bequemen Fahrweg ins Tal hinein unter die Füße. Alle Tore besitzen einen Überstieg, nirgendwo ein Verbotsschild, wie schön. Wir passierten den Col Ciuró mit dem Puig de les Moles zur Rechten. Dann ging's hinunter in eine Senke und im Linksbogen wieder hinauf und um die Nordflanke des Puig Caragoler herum. Mönchsgeier kreisten über uns.


Blick auf den Puig Major mit dem Puig de ses Vinyes links daneben


Mönchsgeier

Da lag sie nun vor uns, die mehr oder weniger senkrechte Wand der Nordwestflanke, über die wir auf den Gipfel steigen wollten. Der Weiterweg zwischen einem Acker und viel Dissgras vor der Felswand endet für Nichtbefugte an einem Tor mit einem hohen Zaun. Da standen wir nun und schauten vergeblich nach einer Aufstiegsmöglichkeit. Mit dem Fernglas versuchten wir sodann, ein Steinmännchen zu finden. Und tatsächlich, auf einem kleinen Felsabsatz thront unser kleiner Wegweiser. Welch eine Erleichterung! Man geht also bis etwa 50 m vor den Zaun und dann links durchs Dissgras hoch. Als wir an der Wand ankamen, staunten wir nicht schlecht über diese schwierige Kletterstelle. Wir suchten vergeblich nach einer leichteren. Es führt kein weg dran vorbei, da müssen wir hoch. Helga stieg vor, aber sie hatte Schwierigkeiten. Ein Tritt ist so knapp, dass ich ihren Fuß stützen musste. Ja, aber wer stützt nun meinen Fuß? Helga setzte sich hin, stemmte ihre Hacken gegen Fels und reichte mir ihren Rucksack. Sie hielt das obere Ende fest, ich hielt mich am unteren fest. Mit vereinten Kräften schaffte so auch ich diese Stelle. Die weitere Kletterei brachte keine Schwierigkeiten mehr, und so gelangten wir rasch auf eine Anhöhe.

Nun muss man sich rechts halten. Ein quer zur Nordwestflanke verlaufender Felsriegel versperrt jedoch die Sicht auf den Gipfel. Wir konnten nicht erkennen, an welcher Stelle wir hochklettern mussten. Hilfe brachte mein JPS-Gerät. Wir stellten unseren Standort fest und wussten nun, dass der Gipfel südwestlich liegt. Also gingen wir weiter am Fuße dieser Wand, die in Richtung Süden immer niedriger wird. An einer uns geeignet erscheinenden Stelle kletterten wir hoch. Und siehe da, plötzlich tauchte der Gipfel auf. Noch ein kurzes Stück, und wir waren oben.

Auf der Karte sahen wir, dass unser Abstiegsweg nach Südosten führt. Aber wo genau? Steinmännchen waren nicht zu sehen. Am Ende der vor uns liegenden schwach abfallenden Fläche geht’s laut Karte steil hinunter. Der Rand dieser Fläche wird von Felsen begrenzt. Einer sieht aus wie ein Elefantenkopf. Da muss die richtige Passage gefunden werden. Wir stellten uns schon darauf ein, des öfteren mittels JPS festzustellen, in welcher Richtung und wie weit wir vom Weg entfernt sind. Das ist eine zeitraubende Angelegenheit. Um Missverständnisse zu vermeiden, möchte ich noch erläutern, dass dieser Weg nur auf der Karte existiert. Im Gelände geht man weglos.


Gipfel


Der Elefant

Plötzlich tauchten, von Westen herkommend, Wanderer auf. Sie benutzten ein relativ einfaches Gelände zum Aufstieg. Auf der Karte ist kein Weg verzeichnet. Diese Leute hatte uns der Himmel geschickt. Sie kannten sich aus und erklärten uns, dass wir einfach auf den „Elefanten“ zugehen müssten. Nun war alles recht einfach. Der „Elefant“ war erreicht, und wir sahen, dass man rechts von ihm hinuntergehen kann. Wir hielten uns rechts, was sich als richtig erwies, denn weiter links versperren senkrechte Felswände den Weg. Weiter unten tauchten rechterhand Trockenmauern auf. Auf diese muss man zugehen, sodann in Senke und Bachbett absteigen und eine parallele Mauer mit Zaun an günstiger Stelle übersteigen. An einem Tor gelangt man sodann auf den Hinweg.

Es war eine anstrengende Tour, die ich nur konditionsstarken Wanderern mit Klettererfahrung empfehlen kann. Die Höhenmeter sind nicht gravierend. Die Differenz zwischen Tal und Gipfel beträgt nur knapp 400 Hm.

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Besteigung des Puig des Moro


Dieser Berg liegt südlich von Port de Sóller bzw. südwestlich von Sóller. Er ist nur 786 m hoch, aber seine von Norden zu sehenden Steilwände sind ganz schön beeindruckend.Er wird wenig bestiegen. Ich war zwei Mal auf dem Gipfel. Mir ist an beiden Tagen kein Mensch begegnet. Karte: Tramuntana Central.

Ich bin einmal von Süden mit meiner Frau Ursula und einmal alleine von Norden her aufgestiegen. Hier zeigt sich deutlich die Problematik mit den gesperrten Wegen. Zäune und die Schilder „Prohibido el paso“ („Durchgang verboten“) fordern zum Umkehren auf. Beim Puig des Moro ist dies bei den Zugangswegen von beiden Seiten her der Fall. Die einzige Möglichkeit, völlig legal auf diesen Berg zu gelangen, sehe ich bei einem Aufstieg von Dejà aus.


Durchgang-Verboten-Schild mit Jagd-Warnschild


Warnung vor der Jagd auf Wildziegen

Vielerorts wird Ziegenjagd betrieben. So auch an diesem Berg, wie das Schild oben rechts zeigt. Ebenso die vielen Hochsitze „à la Majorquina“ beweisen dies. Zuerst dachte ich beim Anblick dieser eigenartigen Bauten an Vogelfangstellen. Aber das kann nicht sein, wie auf den beiden untenstehenden Fotos zu erkennen ist.


Hochsitze ...


...à la Mallorquina

Auch auf diesem Berg gibt es einige Jahrhunderte alte Saumpfade, Karrenwege und Eselswege. Wo es möglich war, hat man breite, befahrbare Wege angelegt. Im schwierigeren Gelände konnte man nur Eselspfade anlegen, so wie der gestufte Weg auf dem Foto unten rechts. Oft mussten diese Wege mit Mauern gestützt werden, was man auch auf dem Foto unten rechts erkennen kann. Oben wendet sich der Weg nach rechts oberhalb einer Mauer. Das Anlegen dieser Wege war eine äußerst mühsame Angelegenheit, ebenso wie der Bau der auf die Araber zurückzuführenden Trockenmauern.


Alter Karrenweg


Alter Eselsweg

Wozu hat man diese Wege überhaupt gebraucht? Nun, es gab viel handwerklichen Betrieb in den Bergen. Köhler, Kalkbrenner und auf den höheren Bergen Schneesammler, die in Schneegruben Stangeneis herstellten. Auch die landwirtschaftlichen Produkte, meist Oliven, von den Terrassen, die bis in große Höhen hinauf errichtet wurden, mussten zu Tal befördert werden. Übrigens, diese Technik der Terrassierung mit Trockenmauern und die Bewässerungskunst sind auf die Zeit der arabischen Herrschaft zurückzuführen.


Alter Kalkbrennofen


Alter Brotbackofen eines Köhlers


Terrassen mit Trockenmauern


Uralter Olivenbaum

Nun zu den Wanderungen. Ursula und ich fuhren bei schönem Wetter auf der Ma 10 Richtung Dejà bis zum Hotel Can Bleda. Wir wanderten zunächst auf dem GR 221 Richtung Dejà, vorbei an der zerfallenden Kapelle de Castelló. Kurz hinter Can Prohom muss man links abbiegen auf den Weg mit dem Verbotsschild. Bisher war das Tor jedoch immer offen. Die spannende Frage war, ob es auch heute offen ist. Es war offen. Nun wanderten wir, Abzweige ignorierend, mehr oder weniger geradeaus bis links eine Mauer auftaucht. An einem Tor mit Überstieg ist rechts an der Mauer ein roter Pfeil, der nach Deja führt. Dort drübersteigen, links halten und an einer Hütte und einer Sitja (Kohlenmeilerplatz) vorbeigehen. Der Weg nähert sich immer weiter der Mauer zur Linken. An einem Brotbackofen hochgehen oder auf dem Weg weiter bis zu einer Abzweigung und dann rechts hoch. Auf jeden Fall muss man auf die Felswand zugehen und den nach oben führenden Weg mit Steinmännchen suchen. Dieser Weg führt zu der Schneise, durch die man die Felswand überwinden kann. Vor der Schneise steigt man eine von unten links nach oben rechts führende Rampe hinauf. Nach links die Schneise hoch und dann wieder links gehen und unterhalb des Kamms entlang bis zum Gipfel, zuletzt über eine nicht allzu schwere Kletterstelle. Der Gipfel ist ein flaches Felsplateau, das aussieht, als ob es jemand zersägt hätte. Eine phantastische Aussicht belohnt die Mühe.


Blick vom Gipfel auf Port de Sóller


Blick auf die Bucht von Dejà


zersägtes“ Gipfelplateau


Ursula beim Abstieg auf der Rampe

Mit Ursula bin ich denselben Weg zurückgewandert. Interessanter aber ist eine Überschreitung. Ich bin daher vom Cami de Rocafort aus an einem Wasserbecken auf einem Betonfahrweg Richtung Racó d'en Barona, vorbei an Höhlenhäusern, hochgegangen. Dieser Weg ist auf der Karte gut erkennbar. Man darf ihn bis zu seinem Ende nicht verlassen. Dann übersteigt man das Tor mit dem Verbotsschild (s. Foto oben). Der Weg neigt sich nach rechts runter in den Wald hinein, quert den Torrent des Cinc Ponts, führt wieder aufwärts, vorbei am Pas de Can Jerome Gros und wendet sich dann nach Süden. Nun wird er durch umgestürzte Bäume sehr beschwerlich und unübersichtlich. Langsam glaubte ich an einen Misserfolg und überlegte schon, ob ich umkehren sollte. Aber ab und zu gibt es Steinmännchen und blaue Punkte. Also stieg ich weiter. Prompt habe ich an einer Gabelung den zu gehenden Rechtsabzweig verfehlt. Da der falsche Weg wieder abwärts führt, merkte ich bald, dass ich mich verlaufen hatte, und ging wieder zurück. Nun sah ich den Abzweig, der zunächst ziemlich eben und dann in Serpentinen hoch führt. Dort wo der Weg wieder abwärts führt, rechts hoch auf teils nicht erkennbarem Pfad und an einer Sitja links weglos hoch. Am Gipfelaufbau steigt man eine kleine Rampe hoch. Roter Pfeil, blauer Strich und Steinmännchen weisen den Weg.

Vom Berg hinunter bin ich dann den bereits gekannten Weg gegangen. Eine kurze Beschreibung:

Weitergehen auf eine Quermauer zu. Ein Steinmännchen hinter der Mauer suchen und da runterklettern. Gleich am Anfang der Kammmauer drüber und halblinks runterklettern und parallel zum Kamm weitergehen, aber nicht zu weit, damit man die vorerwähnte Schneise nicht verfehlt. Diese hinunter, dann rechts auf die Rampe. Dann weglos weiter.Steinmännchen und alter teils nicht erkennbarer Saumpfad tauchen auf. Dann wird der Pfad deutlicher und führt mit Steinmännchen in ein flacheres Gelände hinein. An umgestürztem Baum den linken Steinmännchen folgen und auf den Weg, der rechts über niedergetretenes Geäst eines Baumes führt. Danach kommt von rechts ein Weg, da links hinunter und an gut erhaltenem Brotbackofen vorbei. Man stößt auf den Karrenweg, den links gehen, und man gelangt wieder zu dem Tor mit dem Überstieg. Dahinter rechts. Die Beschreibung von der Schneise aus hinunter ist etwas kompliziert nachzuvollziehen. Aber irgendwie trifft man schon auf den Karrenweg vor der Mauer. Wichtig ist, dass man diesen links geht. Der Weg nach rechts ist eine Sackgasse.

Sollte man an der Schneise vorbeigegangen sein und nicht umkehren wollen, kann man auch den auf der Karte gepunkteten Weg unterhalb des Kamms bis zu dessen Ende weitergehen und dann rechts runter. Dies ist allerdings eine mühsame Stapferei im weglosen schrägen Gelände. Erwähnen möchte ich noch, dass der Weg durch die Schneise auf der Karte nicht eingezeichnet ist.


So sieht die Schneise von oben aus


Schöner Blick auf den l'Ofre (rechts) und die Serra de Son Torella, die sich zum Puig Major hinüberzieht.

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Wanderung zum Pas d'en Bisquerra


Der Gebirgszug ist nach dem Pass benannt: Serra des Pas d'en Bisquerra. Er liegt östlich vom Kloster Lluc. Karte: Tramuntana Nord.

Das Wetter hatte sich geändert. Es blieb trocken, wurde aber merklich kälter. Zum Wandern aber ideal. Ursula und ich, wir trafen uns mit Helga in dem Örtchen Binibona. Auf einer Fahrstraße wanderten wir zunächst genau Richtung Norden. Prompt verpassten wir den Abzweig nach rechts über den Torrent de Sant Miquel. Als wir vor einem verschlossenen Tor standen, war uns klar, dass wir umkehren und genauer nach dem Abzweig Ausschau halten mussten. Nach kurzer Strecke retour erblickten wir den leicht zu übersehenden Abzweig. Nun begann der schöne Teil der Wanderung. Die Route führt durch eine üppige Vegetation, wie man sie auf Mallorca selten findet. Uralte Bäume säumen den Weg, den man, wenn man genau auf die Karte schaut, nicht verfehlen kann. Er führt durch die Coma Llarga (= lange Talsohle), die Pla de sa Bassa und zuletzt über felsiges Gelände zu der Serra hinauf. Wir kannten den Pass, der auf der Karte als Klettersteig ausgewiesen ist, nicht. Auch wussten wir nicht, ob er in unserer Gehrichtung hinauf oder hinunter führt. Auch hatten wir keine Ahnung, wie schwierig dieser Steig ist.


Alter Baum


Im Klettersteig

Wir mussten uns also überraschen lassen. Da wir bereits oben auf dem Kamm angekommen waren, konnte der Pass nur hinunterführen. Das ist bekanntlich schwieriger als hinauf. Als ich hinunterblickte und sah, wie steil der Abstieg ist, kamen mir größte Bedenken, ob Ursula sich das zutrauen würde. Es wäre jammerschade gewesen, wenn wir hätten umkehren müssen. Ich sagte kein Wort, um nicht noch zusätzliche Angst zu schüren. Aber auch Ursula sagte nichts, sondern kletterte ab, wenn auch sehr zögerlich und ängstlich. Durch diesen im Schatten liegenden Felsspalt pfiff jedoch ein eisiger Wind. Wir bekamen eiskalte Hände. Ich bekam große Angst, dass sich Ursula an dem dünnen Drahtseil nicht mehr festhalten könnte. Aber mit meiner Hilfe klappte es bestens. Erleichtert kamen wir unten im Gelände einer Finca an.

Im Internet hatten wir gelesen, dass der Weg durch diese Finca von einem Zaun versperrt wird, der jedoch an einer Stelle defekt ist. Das allerdings stimmte nicht mehr. Der Zaun war repariert. Was nun? Doch noch umkehren und den Steig wieder hinauf? Eine Umgehung des Zaunes ist nicht möglich. Aber wir konnten über eine Tür klettern und unter dem darüber angebrachten Zaun hindurchschlüpfen. Aber wir stellten uns die bange Frage, was tun, wenn ein weiterer Zaun unpassierbar ist? Übrigens, auf der Karte ist der Weg nicht als gesperrt eingezeichnet.


Uralter Feigenbaum


Durch viel Gestrüpp und Dissgras

Ein Pfad mit viel Gestrüpp und Dissgras führte uns an einem Zaun mit Finca zur Rechten entlang. Der Weg zog sich unendlich erscheinend dahin, aber es kam kein Hindernis mehr. Wir mussten nochmals aufsteigen, was uns einen schönen Blick in die Schlucht des Torrent des Picarols erlaubte. Der Kreis schloss sich, als wir am Beginn der Coma Llarga ankamen. Nun gingen wir denselben Weg wieder zurück.

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Wanderung zur Halbinsel sa Foradada


Es ist nur eine kurze Wanderung von ca. 4 km vom Parkplatz an der Ma 10 aus. Der Parkplatz wird wohl gebührenpflichtig werden, da bereits Schranken angebracht sind. Kein Wunder bei diesem Massenansturm von Touristen. Doch das Gros begnügt sich mit einem Fotostop, um vom Aussichtspunkt schnell ein paar Schnappschüsse machen zu können. Nur wenige gehen hinunter zu dem Felsen mit seinem 18 m hohen Loch, durch das der Wind pfeift und bei entsprechender Stärke ein etwas schauerliches Geräusch verursacht. Karte: Tramuntana Central.

Die Wanderung beginnt bei Son Marroig, dem ehemaligen Landhaus des österreichischen Erzherzogs Ludwig Salvator. Ein Schild am Tor weist darauf hin, dass man Eintritt bezahlen muss, der aber den Museumsbesuch im Haus einschließt. Der Weg ist breit, aber die Ausblicke auf die Halbinsel sind imposant. Ebenso beeindruckend ist eine große bunte Felswand, an der sich Stalagtiten gebildet haben.


Eigenartige Felsformationen


Eigenartige Felsformationen

Unten, am Beginn der Halbinsel, fast auf Meereshöhe, verzweigt sich der Weg. Der linke führte einst nach Port de Valldemossa, ist aber nach gewaltigen Erdrutschen auf einer Länge von etwa einem Kilometer nicht mehr passierbar. Man kann aber direkt am Meer über die Felsen turnen, was aber nicht ungefährlich ist und eine ordentliche Portion Trittsicherheit und Kondition erfordert. Der rechte Weg führt auf die Halbinsel, die im vorderen Teil etwa mit 90° einen Knick nach links macht. Für Normalwanderer endet der Weg nach einigen Metern. Das Gelände fordert regelrecht zu einer ausgiebigen Rast mit herrlichem Panorama auf. Wer allerdings weitergehen möchte bis zum Ende des Felsens, um über dem Loch zu stehen, der muss erstmal diesen Felsen hinaufklettern und dann weglos und nicht ungefährlich weitersteigen. Die Kletterpassage wurde jedoch durch eingehauene Tritte entschärft und der Einstieg markiert.


Die Halbinsel sa Foradada


Rast

Auch wir hatten herrliches Wetter und genossen die Rast vor dem Felsen. Da tags zuvor zwei Wanderfreunde von unserem Verein I.W.F., Inge und Hans, eingetroffen waren, hatten Ursula und ich diesen gemütlichen Auftakt mit ihnen unternommen.

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Wanderung zur Cova des Migdia


Die Cova des Migdia (Mittagshöhle) ist eine weniger bekannte Höhle am Südhang des Puig de Bàlitx, nördlich von Sóller. Die Namensgebung für den Penyal (Felsklotz) des Migdia (südwestlicher Nebengipfel des Puig Major) soll mit der Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit zu tun haben, von Sóller aus beobachtet. Nun habe ich festgestellt, dass die Himmelsrichtung von Sóller zum Penyal des Migdia dieselbe ist wie von Port de Sóller zur Cova des Migdia. Wenn da mal kein Zusammenhang besteht. Na ja, ist reine Spekulation. - Karte: Tramuntana Central.

Am besten startet man von der Ma 2124 aus. Das ist die Nebenstraße von Port de Sóller über sa Figuera nach Sóller. Dort, wo die Straße ihre höchste Stelle erreicht und der Wanderweg nach Fornalutx abzweigt, dort beginnt auch die Wanderung zur Höhle. Also legte auch ich mit einer kleinen Wandergruppe bei wiederum schönem Wetter dort los. Der Weg nach Fornalutx biegt nach wenigen Metern wieder rechts ab, wir aber blieben auf dem Fahrweg. Tore und Zäune gibt’s genug, aber keine Verbote. Mit der Karte findet man gut die Richtung. Lediglich kurz vor dem Font des Salt (Wasserfallquelle) muss man auf einen Pfad wechseln und sich nach rechts halten, damit man auf den abenteuerlichen Überstieg (s. Foto unten) stößt. Noch ein kleines Stück durch Gestrüpp, das bei unserer Wanderung zurückgeschnitten war, und man ist an der Quelle. Der Wasserfall ist nicht zu sehen. Er ist weiter unten, aber der Weg dorthin wird durch einen Zaun versperrt. Nun gelangt man auf einen breiten Serpentinenweg, hält sich an einer Grenzmauer links und steigt weiter, aber nunmehr gemächlicher, auf. Der Weg wird hinter einem Wendeplatz zum steinigen Pfad. Steinmännchen leiten hinauf.


Abenteuerlicher Überstieg


Uralter Feigenbaum in der Höhle

Die Höhle hat am oberen Ende eine recht große Öffnung, sodass Licht einfällt. Ein alter Feigenbaum ragt mit seiner Krone in die Öffnung hinein. Eine Treppe führt bequem hinunter.Die Höhle besteht aus einem einzigen Raum mit mehreren Nischen. Sie ist nichts besonderes, aber für meine Begriffe dennoch schön und interessant.


Stalagmiten und ...


... Stalagtiten

Nach einer ergiebigen Mittagsrast vor der Höhle stiegen wir wieder ab.

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Im Hafen von Port de Sóller


Eine schöne Abwechslung vom Wanderleben bietet der Besuch des kleinen Hafens von Port de Sóller, besonders wenn die Fischer ihren Fang verarbeiten.


Boote im Hafen von Port de Sóller


Fischer bei der Arbeit


Fischer bei der Arbeit


Interessierte Zuschauer: Ursel mit unseren fränkischen Freunden

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Die wunderschöne Küstenwanderung vom Refugi de Muleta zur Cala de Dejà


Diese Wanderung ist eine der schönsten der ganzen Tramuntana. Ich meine aber nicht den GR 221; der verläuft zwar auch an der Küste entlang, aber weiter oberhalb. Ich meine den nicht offziellen Weg, der weitgehend direkt auf den Küstenfelsen entlangführt. Er ist in zwei Abschnitte geteilt: Vom Refugi bis es Bens d'Avall und von dort zur Bucht von Dejà. Dazwischen muss man leider ein Stück auf Asphalt gehen. Karte: Tramuntana Central.

Wir stiegen von der MA 1134 auf zum Hotel Muleta de Ca s'Hereu und genossen dort im schönen Garten einen frisch gepressten Orangensaft. Er ist leider nicht so preiswert wie in der Finca Ca'n Gamundi am Cami de Castelló. Dann machten wir uns auf zum Refugi de Muleta, wobei wir in der Nähe der Muleta Gran an Olivenbäumen vorbeikamen, die mindestens 1000 Jahr alt sein sollen. In den Refugis bekommt man ohne Reservierung nur Pa amb Oli (Brot mit Olivenöl). Das war früher ein Arme-Leute-Essen, also Brot mit Tomaten und mit Öl beträufelt. Dazu gab es noch Oliven. Heute ist es eine Spezialität, bei der natürlich Serrano-Schinken und/oder Käse nicht fehlen dürfen. Manchmal bekommt man auch noch Kapern, Meerfenchel, Peperoni und Sauereingelegtes hinzu. Diese Speise ließen wir uns mit bestem mallorquinischem Rotwein schmecken.


Uralter Olivenbaum bei der Muleta Gran


Mittagsrast am Refugi de Muleta
mit Rotwein und Pa amb Oli

Am liebsten wären wir bei dem herrlichen Wetter dort geblieben, aber wir wollten ja noch was tun und sehen. Gleich hinter dem Refugi zweigt der Weg vom GR 221 nach rechts ab und führt zum Meer hinunter. Eine Beschreibung des Wegverlaufes wäre zu kompliziert, ist auch nicht nötig, wenn man immer zu den Steinmännchen und den lilanen Punkten Ausschau hält. Mit dem auf der Karte eingezeichneten Weg stimmt unserer nicht überein.


Hindernisreicher Weg


Skurriler Fels über dem Meer

Wir hatten zunächst einige umgestürzte Baumstämme zu überwinden, dann ging’s auf den Felsen hoch über dem Meer weiter. Schwindelfreie können sich bis ganz vorne hin zur Abbruchkante vorwagen. Mit tollen Tiefblicken wird man belohnt. Nun gelangt man auf einen Aussichtsfelsen, an dem man links in einer Rinne hinunterklettert und in eine zum Meer hin abfallende Senke gelangt. Ein kleiner Wassertümpel im Fels zeigt an, wo es auf der anderen Seite wieder hinauf geht und in einem Linksbogen um einen Felsriegel. Ein kleiner aber dennoch imposanter „Felsfinger“, einem Menhir gleichend, erhebt sich rechts vor uns. Davor biegt links ein mit Steinmännchen markierter Weg ab, der zu ignorieren ist. In einer Hochfläche, vom Meer nun weiter entfernt, wird es kompliziert. Man muss darauf achten, in südlicher Richtung zu gehen. Wenn man zwei Sendemasten und die Gipfelsäule des Puig de Muleta erblickt, wandert man einen Hang hinauf. Oben auf Felsen angekommen, hat man einen Blick aufs Meer und den querliegenden Felsriegel mit der Höhle Cova de Muleta, die man leider nicht mehr besuchen kann, da neuerdings ein Zaun den Weg versperrt. Nun hält man sich links und erreicht nach wenigen Metern die Siedlung es Bens d'Avall. Wir sind an diesem Tag auf dem GR 221 zum Refugi zurückgegangen.

Diverse Fotos, u.a. von dieser Küstenwanderung und von der Höhle Cova de Muleta siehe unter Fotos Mallorca


Ausgehöhlter Fels


Überstieg über Gatter

Wenn man ein Auto zur Verfügung hat, parkt man für den 2. Abschnitt dieser Tour am besten am Restaurant es Bens d'Avall. Dieses erreicht man, indem man von der Ma 10 etwa bei Km 56,8 nach Norden abbiegt. Große Hinweisschilder sind nicht zu übersehen. Wir - Irmgard, Rudolf und ich – nahmen den Bus und stiegen beim Hotel Can Bleda aus und mussten somit bis zum Parkplatz vor dem Restaurant mit der Asphaltstraße vorlieb nehmen. Wir querten den direkt dahinter liegenden Torrent in einer Furt. Früher musste man auf heute noch erhaltenen Eisenstiften den gemauerten Torrent überwinden. Wir gingen abwärts Richtung Meer und dann einen durch Steinmännchen gekennzeichneten Pfad links ab. Den Weg zu beschreiben ist fast unmöglich. Steinmännchen und rote Kleckse sind jedoch sehr hilfreich. Aber Achtung: Erosion und umgestürzte Bäume haben den Weg teils gefährlich gemacht. Des öfteren gibt es Varianten, auch weil manche Abschnitte nicht mehr begehbar sind. Klettern ist nicht erforderlich, aber das Übersteigen vieler Zäune auf teils abenteuerlichen Überstiegen. Es geht über umgestürzte Bäume drüber oder unter ihnen hindurch. Manche abschüssige Wege nahe der Steilküste sind rutschig und dadurch sehr gefährlich. Ich habe erlebt, dass zwei Mitwanderinnen sich zunächst geweigert hatten, da hinunter zu gehen. Ja nicht ausrutschen! Trittsicherheit ist unbedingt erforderlich.


Dieses Mal geht’s untendurch


Wilde Küste

Ich ziehe immer den Weg möglichst nahe an der Küste vor. Da hat man die schönsten Blicke auf die wild zerklüfteten Küstenfelsen. Am liebsten wandere ich hier bei hohem Wellengang. Es ist ein tolles Schauspiel, wenn sich die Wellen an den Felsen brechen und die Gischt heraufspritzt. Dieses Vergnügen hatten wir leider dieses Mal nicht.


Wilde Küste


Kormorane

Dafür sahen wir aber eine ganze Menge Kormorane, die natürlich nur aufgrund des sanften Wellenganges auf den Felsen im Meer sitzen konnten.


Kormorane


Wolfsmilch

Von weitem schon leuchten die weißen Felsen im Meer vor der Cala de Dejà. Bevor man in die Buch von Dejà absteigen kann, geht man hoch oberhalb an ihr vorbei, um in den Torrent Major zu gelangen.


Pilzfels“


Skurrile Felsen im Meer

Auf dem Heimweg sind wir dann zum GR 221 aufgestiegen und auf diesem zurückgewandert.

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Wanderung zum Torre de Lluc


Helga sammelt Torres. Soll heißen, sie möchte alle Wachttürme in der Serra erwandern. Nur noch wenige fehlen ihr. Dazu gehört der Torre de Lluc. Er ist schwer zugänglich. Sie ist beim ersten Versuch gescheitert. Ausgangspunkt Escorca, Abstieg in den Torrent de Lluc, Aufstieg zum Quarter de Carabiners, 3 Stunden. Das war zu lange. Da hätte sie den Rückweg nicht mehr rechtzeitig geschafft. Also erneuter Versuch, aber dieses Mal vom Kloster Lluc aus. Karte: Tramuntana Nord.

Folgendes möchte ich noch erläutern. Der Torrent de Pareis ist fast allen Mallorca-Wanderern bekannt. Viele von ihnen haben ihn auch begangen. Die meisten steigen von Escorca aus ab und wandern dann bis zum Meer, bis sa Calobra. Aber ich glaube, vielen ist gar nicht bewusst, dass sie bei dieser Tour zunächst im Torrent de Lluc ankommen. Erst an der Stelle s'Entreforc, wo von links der Torrent de Gorg Blau herkommt, vereinen sich die beiden Torrents zum Torrent de Pareis.

Helga, Benno und ich starteten also sonntags bei wiederum schönstem Wetter am Kloster Lluc. Zunächst wanderten wir auf Asphalt, aber in schöner Landschaft, zur Finca Albarca. Von dort auf einem Wirtschaftsweg, vorbei an den Höhlenhäusern von Cosconar, bis zur Kaserne Quarter de Carabiners. Bis kurz vor dieser Kaserne ist der Weg identisch mit dem der Puig-Roig-Umrundung. Den meisten dürfte bekannt sein, dass man diesen Rundweg nur sonntags gehen darf und kann. Daher mussten auch wir uns auf einen Sonntag beschränken.


Die Höhlenhäuser von Cosconar


Quarter de Carabiners

Diese Kaserne, in der einsamen Bergwelt Mallorcas erbaut, diente dem Kampf gegen den Schmuggel (hauptsächlich Tabak). Mallorca war (und ist?) das Zentrum des Tabakschmuggels in Europa, was hauptsächlich der schillernden Persönlichkeit Juan March zu verdanken ist. Wie man auf dem Foto oben rechts gut erkennen kann, sind sämtliche Fenster des Gebäudes zugemauert, um das historische Gebäude zu erhalten.


Der Felsklotz mit dem Torre


Abklettern

Von hier sieht es aus, als ob der Weg zum Torre gar nicht weit wäre. Aber das täuscht gewaltig. Außerdem erfordern die Sucharbeit nach dem Weg bzw. den Steinmännchen und die Kletterei viel Zeit. Außerdem ist die Landschaft viel zu schön um hindurchzueilen. Der auf der Karte gepunktet eingezeichnete Pfad ist stark mit Dissgras zugewachsen. Das erschwert die Suche und erhöht das Unfallrisiko, weil man oft gar nicht sieht, wo man hintritt. Vor dem Gebäude geht es also nach rechts in einen Linksbogen hinein und dann ziemlich exakt nach Norden. Bis man den Felsenberg mit dem Torre vor sich hat wie auf dem Foto oben links, ist schon viel Zeit vergangen. Und dann kommt noch, was wir an dieser Stelle natürlich noch nicht wussten, eine ganz schön happige Kletterei, bevor man zum Endspurt den Berg hinauf zum Torre ansetzen kann. Es wurde uns bewusst, dass es heute sehr spät werden würde.


Abklettern


Torre de Lluc

Bennos Kletterkünste waren mir noch nicht bekannt. Aber er war topfit. Zum Glück gab es genügend Steinmännchen, denn sonst hätten wir es zeitlich nicht mehr geschafft, uns durch dieses Felslabyrint hindurch zu kämpfen. Zu allem Überfluss gibt es noch einen Felsspalt, der so breit ist, dass man drüber springen muss. Die größten Sorgen dabei sind, nach dem Sprung mit dem Fuß gut aufzusetzen und genug Schwung zu haben, dass man nicht zurückfällt. Am Torre endlich angekommen, wird man mit grandiosen Rundblicken belohnt. Der Turm ist sehr zerfallen. Die letzte noch einigermaßen erhaltene Wand wird irgendwann auch einfallen. Sie hängt schon etwas schief nach außen, was man auf dem Foto unten rechts allerdings nicht erkennen kann. Nachdem es einige gut erhaltene und restaurierte Torres gibt, kann man sich nicht vorstellen, dass dieser hier, allein schon aufgrund der Unzugänglichkeit eine Überlebenschance hat.


Grandiose Felsküste


Küste mit Torre

Wir machten nur eine kurze Rast. Immerhin war es schon 15:00 Uhr geworden, und wir hatten ja noch denselben Rückweg. Obwohl wir nun schneller vorankamen, war es bereits 18:00 Uhr, als wir an der Kaserne ankamen. Was hatten wir doch jetzt für ein Riesenglück. Ein paar Einheimische in einem Geländewagen nahmen uns auf dessen Ladefläche bis zu unserem Auto mit. Besser schlecht gefahren, als gut gelaufen. So schafften wir es noch, bis ca. 20:00 Uhr im Hotel anzukommen. Zum Glück hatten wir vorher bekannt gegeben, dass es spät werden kann. Man müsste so eine Tour früher starten. Aber auf das Frühstück, das es erst ab 8:00 Uhr gibt, wollten wir nicht verzichten. Am Kloster konnten wir daher erst gegen 10:00 Uhr starten.

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Besteigung des Puig de sa Bassa


Der Wanderweg beginnt an der Ma 10 Richtung Kloster Lluc am Picknickplatz ca. zwei Kilometer hinter dem Mirador des ses Barques. Karte: Tramuntana Central.

An den beiden Eseln, die uns hier begrüßten, konnten wir natürlich nicht achtlos vorübergehen. An einer Verzweigung nimmt man den rechten Weg, der an steilen Stellen betoniert ist. An dem folgenden Querweg hatte ich mich prompt verlaufen. Wir sind zwar richtigerweise rechts abgebogen, aber dann nicht gleich wieder links, sondern geradeaus gegangen. Somit kamen wir in etwas unwegsames felsiges Gelände. Aber da tauchten zu meinem Erstaunen auch Steinmännchen auf, die uns zum Gipfel führten. Eine Teilnehmerin war sogar froh, dass wir den nicht geplanten Weg genommen hatten, denn sie war stolz darauf, diese Schwierigkeiten gemeistert zu haben.


Liebevolle Begrüßung


Aufstieg im Fels

Nach einer ausgedehnten Mittagspause mit Musikeinlage begaben wir uns auf dem Normalweg wieder abwärts. Mit einem frisch gepresster Zumo de Naranja mit Aussicht am Mirador de ses Barques ließen wir den Tag ausklingen.


Ein Teil unserer Gruppe


Luigi, der Alleinunterhalter

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Torre Picada und ses Puntes


Karte: Tramuntana Central. Diese Halbtagswanderung kann man schon am Ankunftstag unternehmen, wenn man mit einem frühen Flieger angereist ist. Früher konnte man an dem heutigen Jumeirah-Hotel direkt aufsteigen. Dieser Weg ist heute versperrt. Man kann aber, das Hotel links liegen lassend, auf der obersten Straße von Port de Sóller nach Osten gehen und in der scharfen Rechtskehre nach links in das schmale Sträßchen einbiegen. Am Coll de s'Illa steigt man auf Steintritten über die Mauer, hält sich nach links auf einem der Trampelpfade und steht schon in Kürze vor dem gewaltigen Turm. Oder man geht von der Uferpromenade aus auf dem überdachten Torrent, auf dem auch der Markt abgehalten wird, und den man an der Erhöhung zu den beiden flankierenden Straßen erkennt. Am Kreisel hält man sich links und dann immer geradeaus bis zum Coll, vorbei an dem von uns gern besuchten Restaurant Sol y Sombra.

Der Wachtturm ist einer der gewaltigsten, auf dem auch heute noch eine Kanone steht, wie ich erfahren hatte. Leider kann man nicht hinaufsteigen, da er in Privatbesitz ist. Schön zu sehen ist der frühere hoch gelegene Eingang, den man nur mit einer Strickleiter erreichen konnte. Der Turm steht direkt an der Klippe. Der Blick hinunter aufs Meer ist ein Erlebnis.

Auch bei dieser Wanderung hatten wir wiederum schönes Wetter. Wir genossen die Aussicht vom Felsen, bevor wir wieder zu der vorerwähnten Mauer zurückgingen. Nun gingen wir links hinunter, also ohne die Mauer zu übersteigen. Über viele umgestürzte Bäume erreichten wir dann die zerklüftete Küste von ses Puntes. Diese Halbinsel besitzt drei „Finger“. Den mittleren und westlichen kann man relativ einfach bis zur Spitze erwandern bzw. erkraxeln. Aber Vorsicht, der Fels ist scharfkantig.


Der Torre Picada


Ses Puntes. Bildmitte: Der rechte „Finger“ der Halbinsel. Oben links: die Insel s'Illeta

Wie man auf dem oberen Foto schön sehen kann, bricht hier immer wieder Gestein von der Steilküste ab. Wenn man an dieser Küste nach Nordosten weiter geht, kommt man an gefährlichen Steinschlagstellen vorbei. Man erkennt diese an den Schutthügeln, auf denen ein Pfad ausgetreten wurde. Wenn ich z.B. bei der Bàlitx-Umrundung hier vorbeikomme, beeile ich mich immer an diesen Stellen. Rechts und links vom Weg sieht man auch Spalten in Erdreich und Fels, die darauf hindeuten, dass eines Tages ganze Küstenabschnitte abgebrochen sein werden.

Doch zurück zu unserer Tour. Wir legten eine ergiebige Picknickpause ein, bei der natürlich der Rotwein nicht fehlen durfte. Schließlich war es ja nur eine kurze gemütliche Wanderung. Auf dem Rückweg kehrten wir noch beim Hotel Port de Sóller ein und sonnten uns bei einer Tasse Kaffee im Garten.


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