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Wandern in der Serra de Tramuntana:

Zwei Alternativrouten zum GR 221:

Gipfelweg und Küstenweg



Die meisten Abschnitte des Weitwanderweges GR 221 (La Ruta de Pedra en Sec, Trockenmauerroute) habe ich kennengelernt. Dabei musste ich feststellen, dass es teils schönere Wege gibt. Da kam mir die Idee, einen eigenen Weg durch die Serra de Tramuntana zu "kreieren". Dabei musste ich wieder et­was feststellen, nämlich dass es mit einem Weg nicht getan ist. Wenn zumindest die meisten der vielen Glanzlichter dieses Gebirges erfasst werden sollen, muss man zwei Parallelwege gehen, einen, soweit möglich, in Küstennähe, den anderen weiter östlich über möglichst viele Gipfel. So kamen, zunächst in der Planung, zwei Abenteuerwege zustande, die ich Gipfelweg und Küstenweg genannt habe. Die Erkundungen des Gipfelweges sind nunmehr abgeschlossen, sodass ich die Route im nächsten Frühjahr nonstop gehen möchte. Interessenten bitte melden! Der Küstenweg wird in den folgenden Jahren noch eine Menge Erkundungsarbeit erfordern.


Ganz grob möchte ich nachfolgend die Routen beschreiben. Beide führen über viele wunderschöne Panoramawege. Für Mallorca-Kenner wird es, denke ich, interessant sein. Natürlich wird es nicht ausbleiben, Änderungen vornehmen zu müssen. Noch anmerken möchte ich, dass über weite Strecken die Infrastruktur fehlt, d.h. dass man des öfteren biwakieren muss.

Der Gipfelweg (siehe: Der Wanderbericht)


Folgende Berge werden in dieser Reihenfolge bestiegen:


Höhe
m

Sa Bruta

281

Moleta de Son Vic

349

Puig de Garrafa

462

Puig de Galatzó

1.027

Puntals de Planicia

893

Puig de sa Mola de Planicia

941

Sa Comuna

704

Puig des Teix

1.064

Puig des Vent

1.005

Sa Galera

908

Puig des Moro

786

Puig d'Alfàbia

1.069

Cornador Gran

956

Puig de l'Ofre

1.093

Na Franquesa

1.067

Sa Rateta

1.113

Puig des Tossals Verds

1.118

Puig de Massanella

1.365

Tomir

1.104


Beginnen möchte ich in Peguera (spanisch: Paguera), dem Westende des „Teutonengrills“. Jedoch, wenige Meter aus dem Ort heraus merkt man von dem ganzen Trubel nichts mehr. Schnell ist man auf dem Hausberg, der Sa Bruta (281 m), mit einem Rundumpanorama. Von dort habe ich einen schönen Pfad entdeckt, der fast in der Direttissima zum Col de s'Aleman führt. Sodann erreicht man den Felsgipfel der Moleta de Son Vic (349 m) mit ebenfalls herrlicher Aussicht. In gebührendem Abstand passieren wir die Finca Son Fortuny, dessen Besitzer angeblich Wanderer mit dem Luftgewehr vertreibt. Weglos, aber mit Seinmännchen markiert, geht es über Felsen hinauf zu einem imposanten Felsplateau, der roten Wand der Garrafa (462 m). Aussicht! Wir werden auf diesem Weg so viele unglaublich schöne Panoramen genießen können, dass es eigentlich müßig ist, dies zu erwähnen. Wir wandern bis zum Nordende des Plateaus. Dann folgt ein schwieriges, weil zugewachsenes und teils pfadloses Wegstück über Stock und Stein hinunter bis zu einem Fahrweg. Ich hoffe, die optimalste Route gefunden zu haben. Über s'Estret und durchs Nachtigallental und ein kurzes Stück Landstraße erreichen wir es Capdellà. Leider gibt es in diesem Ort keine Übernachtungsmöglichkeit, aber Restaurants und einen kleinen Supermarkt zum Auffüllen der Vorräte.

Über eine Nebenstraße und anschließend einen Wanderweg erreicht man die Finca Galatzó, die vom Stadtrat von Calvià im Jahre 2006 erworben und zu einem Informationszentrum mit Tagungsräumen umgebaut wurde. Zur Besteigung des Galatzó habe ich nicht den von Herbert Heinrich in Band 7 beschriebenen Weg („12 Abenteuerwanderungen durch Mallorcas Berge“) über die Rampe gewählt, sondern folgenden: Man geht von der Finca Galatzó ein kurzes Stück zurück und dann links hinauf zur bewaldeten Hochebene ses Planes (450 m). Dann folgen fast 600 Hm Felskraxelei zum Gipfel (1.026 m). Das Panorama muss erwähnt werden. Bei entsprechender Sicht kann man weite Teile der Insel überschauen. Der Abstieg erfolgt sodann über den Normalweg zum Pas de na Sabatera.

Hier wenden wir uns nach rechts und folgen dem Wegweiser „Font de Dalt“. An der nächsten Gabelung gehen wir wieder nach rechts (der linke Weg führt zum Boal de ses Serveres). Hinter dem Coll d'Estellencs müssen wir aufpassen. Ein Pfad biegt links ab zur Hochebene Pla des Puntals. Nun führt ein steiler Weg über den Pas de sa Rata hinauf auf die Serra des Puntals. Warnung! Dieser Pass ist richtige Kletterei. An einer Engstelle, ca. 1 m breit, ist ein riesiger Felsklotz hineingerutscht, den man nicht überklettern kann. Man muss rechts am nahezu senkrechten Fels hoch. Oben angekommen, geht man nach Nordosten, hält sich nach links und stößt auf einen alten Karrenweg, der fast durchgehend bis zur Abzweigung vor dem Puig de sa Mola führt. Links und dann rechts zum Gipfel. Der Gipfelaufbau befindet sich rechts vom Weg. An einer Abzweigung geht’s links zu einer Mini-Schutzhütte (2 Personen + Rucksäcke, mehr nicht), rechts hinunter zum Comellar de ses Rotasses. An einer Abzweigung wenden wir uns nach links hinunter zum GR 221, um nach Esporles zu gelangen. Hier gibt es Hotels, die hoffentlich noch über freie Betten verfügen. Bis hierher muss man 3 oder 4 mal biwakieren.

Dann folgen wir dem GR 221 über den Coll de sa Basseta, vorbei an einem alten überdachten Wasserspeicher (Aljub) auf der Mola de Son Pacs, über den Coll de Sant Jordi und den Gipfel sa Comuna (704 m) nach Valldemossa. Dieser Wegabschnitt begann auch noch bei meiner letzten Erkundung im jahr 2011 verheißungsvoll bezüglich Beschilderung in Esporles. Jedoch bald nach dem Ortsausgang war Schluss damit. Aber Steinmännchen und rote Punkte leiten recht gut auf dem immer schöner werdenden Weg bis Valldemossa. Valdemossa ist wunderschön, aber touristisch total überlaufen. Berühmt ist das Liebespaar Frédéric Chopin und George Sand, das im ehemaligen Kloster wohnte.

Von Valldemossa aus wollte ich auf dem wunderschönen Reitweg des Erzherzogs Salvator, der ein Stück identisch mit dem GR 221 ist, zum Puig des Teix weitergehen. Jedoch ist der Weg zum Gipfel gesperrt. Dies wird mit der Gefahr durch intensive Jagd begründet. Siehe www.mallorca-camins.info/. Man läuft sogar Gefahr, zurückgewiesen zu werden, ganz abgesehen davon, dass die Leiter über die Grenzmauer nicht mehr passierbar ist. Einen Ausweg bietet eine wenig bekannte Route. Wir starten also östlich von Valldemossa, passieren die Finca sa Coma und wandern auf die Serra de Son Moragues hinauf. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, den Weg zu finden, gelangen wir auf einen Karrenweg, der uns mühelos nach oben führt und in den Zickzackpfad zum Gipfelaufbau mündet. Wir können dabei schöne Tiefblicke genießen; mit den Aussichten vom Reitweg kann dieser Weg allerdings nicht konkurrieren. Aber die Einsamkeit in der herrlichen Waldlandschaft bietet einen schönen Kontrast zu dem überlaufenen Reitweg. Man muss zwar auch hier Verbotsschilder passieren und einen Zaun übersteigen, aber ich denke, wenn man nicht am Wochenende und nicht in größeren Gruppen auftaucht, sollte das machbar sein. So schleichen wir uns weiter zum Puig des Vent, bis wir das verbotene Terrain wieder verlassen. Nach der sa Galera und dem Puig des Moro queren wir den Torrent des Cinc Ponts und gelangen auf den Wanderwegen Cami de Rocafort und Cami des Rost hinunter nach Sóller.

Um den Asphalt bis Biniaraix zu vermeiden, habe ich den Weg über die Serra d'Alfàbia gewählt. Dadurch entgeht uns der bekannte Pilgerweg durch den Barranc de Biniaraix. Aber der ist auch überlaufen und die sagenhaften Tiefblicke vom Puig d'Alfàbia hinunter ins Tal von Sòller entschädigen vollkommen. Bis zum Friedhof von Sòller müssen wir dennoch mit Asphalt vorlieb nehmen, aber dann führt uns ein schöner alter Saumpfad hinauf. Über es Castellot erreichen wir den Fuß der Serra mit ihrem Antennenwald. Da müssen wir in einer Schneise weglos hinauf. Mit etwas Handarbeit erreichen wir den Zaun, den wir an einer möglichst niedrigen Stelle übersteigen. Auf der anderen Seite geht’s wieder weglos hinunter zu einem weiteren Zaun, durch den wir an der frühestmöglichen (gewaltsamen) Öffnung hindurchgehen, um auf einem Weg links bis zum Gipfel zu gelangen. Nach dem Gipfelabstieg müssen wir bald den Pfad nach links verlassen und weglos über unzählige Felsbrocken auf den Puig des Sementer Gran zuhalten, den wir rechts liegen lassen. Es ist ein anstrengender Wegabschnitt bis uns ein Weglein zur primitiven Schutzhütte am Cornador Gran führt, die sich aber für eine Übernachtung anbietet.

Dann lassen wir die Finca l'Ofre rechts liegen. Von links kommt der Pilgerweg im Torrent de Biniaraix herauf. Nach der Querung des Torrentbaches geht es hinauf zur Überschreitung der 3 Eintausender Puig de l'Ofre (1.093 m), Na Franquesa (1.067 m) und Sa Rateta (1.113 m). Vorbei an einem alten Schneehaus steigen wir ab in den Torrent d'Almedrà, gehen aber nicht den sog. Tunnelweg um die Abzocke einer Mautgebühr zu ersparen. Wir wechseln abenteuerlich zu einem Parallelweg und gelangen zum bewirtschafteten Refugi Tossals Verds. Nun wieder identisch mit dem GR 221 wandern wir weiter auf einem alten Schneesammlerweg, vorbei an der Quelle Font des Prat, über den Coll des Prat, den Coll des Telègraf und vorbei am Puig d'en Galileu. Wir versäumen aber nicht den Abstecher mit leichter Kletterei auf den zweithöchsten Berg der Insel, den Puig de Massanella (1.365 m). Über den spektakulären Serpentinenweg Ses Voltes des Galileu gelangen wir hinunter zum Kloster Lluc. Dort kann man übernachten, aber auch in der 15 Minuten entfernten Berghütte Son Amer, die seit September 2007 geöffnet ist.

Weiter geht’s auf dem GR 221 bis zum Coll des Pedregaret und dann hinauf auf den wohl alpinsten Berg der Insel, den Puig Tomir (1.104 m). Abenteuerliche Wege führen uns sodann über den Coll de Fartàritx und die Quelle Font de la Roda nach Fartàritx Gran. Kurz vor Pollença stoßen wir wieder auf den GR 221. Der Refugi Pont Romà ist seit Anfang 2008 geöffnet.



    Der Küstenweg

Es empfiehlt sich, diesen Weg in der Zeit von Ende September bis Mitte oder Ende Oktober zu gehen. Da kann man die herrlichen Landschaftserlebnisse mit Badefreuden kombinieren.

Beginnen möchte ich im Norden in dem kleinen Küstenstädtchen Sant Vicenç. Die Küste dort ist geprägt von gewaltigen fast senkrechten Felsabbrüchen zum Meer hin. Nach einem Blick durch das Adlerauge, einem Loch in einer Felswand, gelangt man auf den Puig de l'Aguila (206 m), den Adlerberg. Phantastischer Blick u.a. zur Cala Estremer, die von der Punta Galera, einer nur 100 m breiten, aber fast 1 km langen Felsklippe begrenzt wird. Der Pas dels Pescadors, der Fischerpass, führt weiter zum Castell del Rei, das wir rechts liegen lassen, da die Bewohner nicht gestört werden wollen.

Nach dem Vall de Ternelles wird es abenteuerlich, da ich in einer abgeschiedenen Gegend völlig unbekannte, auf der Karte nur gepunktete Wege erkunden muss, die möglicherweise gar nicht vorhanden sind. Es wird aber ohne Zweifel ein Naturerlebnis par excellence, bei dem man garantiert keinem Touristen begegnen wird. Ich sehe die Möglichkeit, direkt über dem Meer an der Quelle Font Gallarda zu übernachten. Nach dem landwirtschaftlich genutzten Vall d'Ariant folgt wiederum die Einsamkeit. Über eine Hochfläche gelangt man zu einem hoffentlich vorhandenen Pfad über der Küste mit einer weiteren Quelle und vorbei an der Cova de les Bruixes, der Hexenhöhle, zu einem weiteren Glanzlicht, dem Torrent de Mortitx, dem wir bachaufwärts folgen werden.

Dann wird es besonders schwierig, da zum Puig Caragoler überhaupt kein Weg existiert. Es wird eine lange Sucharbeit werden, bis ich dort eine Möglichkeit zum Passieren gefunden habe. Um den beliebten Puig Roig darf man nur sonntags gehen, was zu einer Völkerwanderung führt. Da man auf unserem Weg die Finca Mossa jedoch nicht tangiert, denke ich, auch wochentags gehen zu können.

Vor den Höhlenhäusern von Cosconar zweigt ein Weg zum Quarter de Carabiners ab, und durch den Torrent des Boverons gelangt man abenteuerlich hinunter in den Torrent de Lluc, dem man abwärts folgt. An der Stelle s'Entreforc kommt von links der Torrent de Blau, um sich mit dem Torrent de Lluc zum Torrent de Pareis zu vereinen. Man kann einen kurzen Abstecher in den Torrent de Blau unternehmen zur Sa Fosca, der Dunkelheit. Hier rücken hoch über den Köpfen der Wanderer die Felsen so eng zusammen, dass kaum noch Licht hereinscheint. Weiter geht’s nur noch für Kletterer. Also zurück und den Torrent de Pareis hinunter, an vielen Stellten mittels Klettern und Rutschen. In der gigantischen Bucht Sa Calobra am Ende der Schlucht wimmelt es von Tagesausflüglern.

Es folgt ein unschönes aber nicht vermeidbares Stück über Asphalt- und Schotterstraße zur malerischen Cala Tuent. Ein wunderschöner aber auch stark frequentierter Panoramaweg führt hoch über der Küste Sa Costera entlang. Ein Abstecher hinunter zu einer Quelle mit ehemaligem Wasserkraftwerk am Meer lädt zum Übernachten ein. Die Massen strömen zum Mirador de ses Barques, wir aber wollen den Gipfel des Balitx (579 m) erklimmen und überschreiten. Man biegt daher bei der Finca-Ruine Bàlitx d'Enmig rechts ab und erreicht, vorbei an der unbekannten, nicht spektakulären, aber dennoch interessanten Cova des Migdia, den Gipfel. Man geht ein Stück vom Gipfel zurück und nicht ungefährlich steil in der Nordwestflanke hinunter. Kaum zu glauben, dass es durch die fast senkrechten Nordwestabstürze des Berges einen, wenn auch steilen abenteuerlichen Weg gibt. Man gelangt sodann auf den „Normalweg“ für die Balitxumrundung und geht links nach Port de Sóller hinunter. Oberhalb der fast kreisrunden Hafenbucht wartet der Refugi Moleta auf Gäste zum Übernachten und Genießen einheimischer Spezialitäten.

Nun gelangen wir in ein Gebiet mit viel Macchia, die sich nach einem Waldbrand ausgebreitet hat, verlassen nach wenigen Metern den GR 221, der zur Finca Muleta Gran weiterführt, und biegen auf einen schönen Pfad ab, der zur Küste hinunter- und teils direkt über dem Wasser an senkrechten Felsen entlangführt. Kurz vor der Siedlung es Bens d'Avall kann man weglos und steil in ein Tal mit der Höhle Cova de Muleta absteigen. Allerdings befürchte ich, dass der Weiterweg versperrt werden wird. Dann muss man durch den Ort es Bens d'Avall gehen. Es folgt leider ein Stück auf Asphalt, aber bei sehr geringem Autoverkehr, bis zum Restaurant Bens d'Avall. Der folgende wunderschöne Abschnitt auf schmalen, ausgesetzten Pfaden oft direkt über der Steilküste bis zur Cala Deià war schon immer aufgrund von Erdrutschen und entwurzelten Bäumen nicht leicht zu begehen. Besonders schön ist es, hier bei rauher See zu wandern, wenn die Wellen an die Felsen klatschen und die Gischt an einigen Stellen bis zum Wanderer heraufspritzt. Aus dem Meer ragende bizarre Felsen vor der Bucht von Deià sind ein beliebtes Fotomotiv. Ein kleiner Paradiesgarten erwartet dann den Wanderer bis zum Refugi Ca'n Boi in Deià. Im Ort besuche ich stets den auf einer Anhöhe gelegenen Friedhof und halte inne am Grab des 103 Jahre alt gewordenen deutschen Malers Ulrich Leman.

Von Deià nach Port de Valldemossa kann ich zwei Alternativen anbieten:
1. Ab na Foradada direkt an der Küste den Camì Perdut.
2. Den GR 221 bis zum Coll de Son Gallard, dann hinunter auf den Küstenweg.

Zu 1.: Schon lange hatte es mich gereizt herauszufinden, ob es auf dem Camì Perdut (span.: Camino Perdito, also Verlorener Weg) ein Durchkommen gibt. Nun habe ich dieses Vorhaben realisiert. Folgender Weg ist also ab Deià machbar: Zunächst kann man noch ein Stück Wanderweg gehen und gelangt vor dem wunderschön gelegenen Hotel Sa Pedrissa auf die MA 10. Dann muss man leider ca. 1½ km auf der viel befahrenen C 710 nach Son Marroig wandern. Hier wohnte einst der österreichische Erzherzog Ludwig Salvator. Über eine unbefestigte Serpentinen-Straße führt der Weg hinunter zur Halbinsel Sa Foradada. Auf der Karte ist allerdings ein gepunkteter Weg eingezeichnet, bei dem man kurz hinter dem Hotel Sa Pedrissa schon wieder die Straße verlassen kann und an der letzten Linkskehre des Schotterweges von Son Marroig zum Felsen von na Foradada herauskommt. Von dieser Linkskehre aus habe ich versucht, den Weg in Gegenrichtung zu gehen. Es ist ein abenteuerlicher Pfad unterhalb von steilen Felsen entlang, den ich als zu gefährlich eingestuft habe. Allerdings bin ich zu dem Entschluss gekommen, es nochmals zu probieren. Vielleicht habe ich zu früh aufgegeben.

Hier sollte man unbedingt einen Abstecher machen auf den mittels leichter Kletterei erreichbaren Felsrücken mit dem berühmten Loch, durch das der Wind bei entsprechender Stärke weithin hörbar pfeift. An dem nun folgenden Küstenweg steht auf einer Karte „Cami Perdut“. Ein Erdrutsch hat ein Teilstück zerstört. Man wird davor gewarnt. Nach neuerlichen Erdrutschen sei der Weg nunmehr lebensgefährlich. Ist er auch, wenn man am Hang entlanggeht. Aber es gibt die Möglichkeit, direkt am Meer entlang über die kunterbunt neben- und übereinander gestapelten Felsbrocken zu turnen. Das ist nicht einfach. Trittsicherheit ist unbedingte Voraussetzung. Ein Ausrutscher ist schnell passiert, und man hat sich die Knochen gebrochen. Wenn man dieses Stück geschafft hat, geht es bequem auf einem Fahrweg oberhalb der Steilküste, übrigens an der Finca von Michael Douglas vorbei, nach Port de Valldemossa.

Zu 2.: Von Deià aus führt der GR 221, wahrscheinlich weil sich die Eigentümer sperren, vollkommen ohne Markierung, auf schönem Weg hinauf auf das Teix-Massiv auf eine Höhe von über 900 m. Allerdings sind Steinmännchen behilflich. Am Coll de Son Gallard wandert man dann wieder rechts hinunter, also nicht auf dem Reitweg des österreichischen Erzherzogs Salvator nach Valldemossa. Schilder verbieten es zwar, aber alle Türen und Zäune sind passierbar. Die MA 10 quert man sodann kurz vorm km 69,4. Der letzte Wegabschnitt ist schwierig zu finden. Man kann auch schon früher auf die MA 10 runtergehen; allerdings hat man dann ca. 1 km Asphalt vor sich. Der Weg von der Landstraße hinunter ist wunderschön, führt über den Mirador de sa Rassa und stößt auf den vorerwähnten Küstenweg. Den Einstieg am km 69,4 hatte ich zunächst gar nicht gefunden, denn hier ist die Karte leider falsch. Laut ihr ginge der Weg kurz vorm km 69,0 los. 400 m Differenz!

Von Port de Valdemossa gibt es an der Küste kein Weiterkommen. Man wandert auf einem wunderschönen Serpentinenweg steil hinauf in die Siedlung Son Olesa. Hier habe ich zwei Alternativen gefunden:
1. Ein auf der Karte nur gepunkteter Pfad durch die Macchia.
2. Auf Schotterstraße und kurzem Pfadstück über die Urbanitzaciò George Sand.

Zu 1.: Auch wenn das Wandern auf Mallorca immer beliebter wird, es gibt noch einsame Wege, einige davon findet man bei meiner Routenführung, so auch hier. Der Einstieg ist schwer zu finden, und zunächst geht es weglos über Stock und Stein. Ich dachte schon, das kann's doch nicht sein. Aber dann fand ich nach einigem Suchen einen alten mit Steinmännchen markierten Karrenweg, den man bald nach links verlässt und durch viel Macchia wunderschön oberhalb der Küste wandert, bis man auf den Weg der Alternative 2 stößt.

Zu 2.: Dieser Weg empfiehlt sich bei schlechtem Wetter. In der Siedlung Son Olesa geht man bis zum südwestlichsten Punkt. Von dort führt ein kurzer, auf der Karte nicht existenter Pfad zur Siedlung George Sand hinüber. Man kommt unterhalb des Puig de Moneda mit seinem von weitem gut sichtbaren Turm heraus. Nach einigen hundert Metern durch den Ort geht es rechts auf ebenfalls schönem, aber steinigem Weg hinunter. Von rechts stößt dann der Pfad der Alternative 1 auf diesen Weg.

Der Weiterweg in Küstennähe ist leider gesperrt. Da gibt es wirklich kein Durchkommen. Man muss leider weiter nach links ausweichen und auch statt runtergehen zu können nochmals kräftig ansteigen. Man stößt dann weit oberhalb von es Port des Canonge auf die Landstraße, die von hier aus nach rechts in vielen Serpentinen in den Ort hinunterführt. Um dieses große Stück Aspahlt zu vermeiden, geht man besser nach links auf der Straße. Nach etwa einem halben Kilometer führt rechts ein markierter Wanderweg steil hinunter, der erst am Ortsbeginn wieder auf die Asphaltstraße stößt. Im Ort gibt es zwei Restaurants. Von dem näher am Meer liegenden Restaurant rate ich ab. Das andere, weiter oberhalb, kenne ich nicht. Am Ortsausgang, direkt am Wanderweg, gibt es einen Platz, auf dem gezeltet werden darf.

Der wunderschöne bequeme Weg nach Banylbufar ist vielen Wanderern bekannt. Er führt an einigen alten Kalkbrennöfen vorbei und endet an dem Parkplatz an der MA 10. Von dort müsste man wieder ein größeres Stück auf Asphalt gehen. Um dies zu vermeiden, gibt es einen Weg hinunter in den Hafen von Banyalbufar. Es ist ein steiler aber schöner Weg. Vom Hafen gelangt man dann mühelos in den Ort. Allerdings habe ich gehört, dass dieser Weg auch gesperrt worden sein soll.

Ab hier bietet sich der GR 221 an, der allerdings zwischen Banyalbufar und Estellencs bei der Finca es Rafal gesperrt ist. Mit der westlich verlaufenden Straße als Alternative konnte ich mich nicht anfreunden, also habe ich eine Alternative weiter östlich gesucht und gefunden, und dazu noch eine schöne. Meine Frau und ich wanderten zunächst auf dem GR 221 Richtung Esporles. Um keinen zu großen Umweg machen zu müssen, habe ich versucht, durch den Torrent de Son Roig aufzusteigen. Aber die Vielzahl der teils schwierig zu öffnenden Gatter hat mich abgeschreckt. Also sind wir den GR-Weg weiter gegangen und haben die letzte Möglichkeit, die Abzweigung bei Son Sanutges, ausprobiert! Man kann sich vorstellen, dass dies für mich eine Riesenanspannung bedeutete. Was tun, wenn auch dieser Versuch scheitert? Wir kamen an ein Tor, das zwar offen war, aber man konnte schon von weitem eine ganze Reihe von Verbotsschildern ausmachen. Das war's, dachte ich schon. Aber, kaum zu glauben, es gab kein Verbotsschild für Wanderer! Der Besitzer der auf der Karte eingezeichneten Finca s'Arboçar erlaubt es also ganz eindeutig, durch sein Anwesen zu gehen. Was hat das für Emotionen in mir ausgelöst, dem Ziel ein gutes Stück näher gekommen zu sein. Ich habe dies erwähnt, um mal ein bisschen einen Eindruck davon zu vermitteln, mit welchen Gefühlen ich oft unterwegs war.

Das Gebiet zwischen dem Galatzò-Massiv im Süden und Banyalbufar und Esporles im Norden ist für die meisten Wanderer ein weißer Fleck. Laut Karte durchzieht eine Vielzahl von Wegen diese Berge. Einige davon werde ich noch zu erwandern haben, immer mit der spannenden Ungewissheit darüber, was mich erwartet. Es ist eine einsame Gegend; auch an unserem Wegerkundungstag begegnete uns kein Mensch.

Wir stiegen also durch einen märchenhaften Steineichenwald auf. Viele Sitjas säumten den Weg. Wir entdeckten den besterhaltenen Kalkbrennofen, den wir je auf Mallorca gesehen hatten. Und dann der Abstieg! Durch den Pas de la Mola, auf steilem rutschigem Pfad durch eine verwunschene Schlucht. So empfand ich diese Schlucht jedenfalls. Sie ist keine spektakuläre Sehenswürdigkeit. Aber der Abstieg in dieser Einsamkeit, in dem dichten, wenig Licht durchlassenden, von Felsen durchsetzten Steineichenwald, an den senkrechten Felswänden der Widerhall der Laute, die durch unser Abrutschen im Geröll verursacht wurden, die Sitjas in dieser unwirtlichen Gegend, die Gedanken an die schwarzen Männer, die hier oben ihre schwere Arbeit verrichteten - all dies ließ mich diese Schlucht verwunschen erscheinen.

Doch zurück zur Sachlichkeit. An dem Gebäudekomplex Planicia endete der Weg (Die Finca wurde zwischenzeitlich von der Regierung gekauft und wird zum Refugi umgebaut, so dass die Wege nunmehr durchgängig sein müssten). Nach einem kurzen weglosen Stück brachte uns ein weniger schöner Fahrweg wieder zu dem GR-Weg, wobei wir von einem Schild erfuhren, dass wir doch noch einen verbotenen Weg gegangen waren. Der GR 221 führt sodann nach Estellencs. Von dort habe ich einen Weg ausfindig gemacht, der über die Finca Son Fortuny führt, wieder in einem märchenhaften Steineichenwald ansteigt und schließlich, vorbei an einem Picknickplatz, zur Serra des Pinotells führt.

Laut Karte gibt es noch die Möglichkeit, nicht zum GR 221 hinunterzugehen, sondern vor der Finca Planicia links abzuzweigen, wobei man an der Finca Son Fortuny wieder auf den oben beschriebenen Weg trifft. Das und vieles mehr zu erkunden, habe ich mir fürs nächste Mal vorgenommen.

Um auch ein bisschen „Gipfelweg-Luft“ schnuppern zu können, besteigen wir sodann den Esclop (928 m), dessen Gipfel wir über die Serra des Pinotells erreichen. Für diese Serra habe ich gleich 3 Varianten erkundet:

1. Oben drüber mit spektakulären Tiefblicken von den beiden bizarren Felsköpfen des Penyal des Morro.
2. Bequemer Weg durch ein grünes Torrent-Tal mit der Hütte sa Coma d'en Vidal. Die Hütte war, obwohl fertig, Anfang 2009 leider noch nicht geöffnet.
3. Östlich über den Pas des Cossis.

Alle 3 Wege vereinen sich auf einer Hochebene südlich der Serra. Dann geht’s vorbei am Felsklotz es Castellet steil hinauf zum Gipel des Esclop. Die Wege am Esclop sind auf der Karte nur gepunktet, also abenteuerlich. Hinab geht es vorbei an den Ruinen von Ses Alquerioles und durch das Tal Coma des Cellers zur Straße bei km 104,5. Erwähnen möchte ich nochmals Herbert Heinrich, der zwei mir sehr dienliche Wanderbüchlein über Mallorcas Südwesten geschrieben hat.

Ursprünglich musste man nur ein ganz kurzes Stück bis zum km 105 auf der Straße gehen, dann konnte man südlich an dem wilden Felskessel der Evangèlica vorbei und weiter abenteuerlich hinunter in den Torrent des Ratjoli bis zu den zum Meer hin abfallenden unpassierbaren Steilstufen absteigen, um wieder links hinaufzuklettern und über die Küstenklippen von ses Serres mit spektakulären Aus- und Tiefblicken wieder den GR 221 zu erreichen. Das ist leider nicht mehr möglich, weil der Eigentümer der Finca es Ratjoli den Weg gesperrt hat. Die Tatsache, dass die Küstenklippen von ses Serres schwierig zu begehen sind, schmälert etwas die Enttäuschung. Wer trotzdem von diesen Klippen in die Tiefe schauen will, kann dies mittels eines Abstechers vom Weg nach la Trapa tun.

Nun ist man gezwungen, bis zum km 106 auf der Straße zu gehen. Dann folgen wiederum wunderschöne Abschnitte, die z.T. viel begangen werden. Zwei Torrents, den Torrent de ses Serres und den Torrent de ses Bardes, lässt man rechts liegen. Weiter geht es hoch über der Küste, mit Aussichtspunkten, von denen die Felsen bis zu 400 m fast senkrecht ins Meer abfallen. In der Ruine des Trappistenklosters la Trapa wird ein Refugi eingerichtet, dessen Fertigstellung wegen eines Gerangels zwischen dem Umweltverband GOB und der Regierung noch lange dauern wird.

Mit Blick auf die Naturschutzinsel sa Dragonera wandern wir zunächst den GR 221 weiter, biegen aber bald rechts ab zum Torre de Cala en Basset und gelangen an der Küste entlang zum malerischen Ort Sant Elm. Über die Küstenberge des nur 312 m hohen, aber eine grandiose Aussicht bietenden Puig d'en Ric erreichen wir Port d'Andratx. Hier könnte man, wie der GR 221, die Route beenden, aber es lohnt sich, noch bis Peguera weiterzugehen. Auf die Aussicht von der sa Talaia bei Port d'Andratx habe ich allerdings verzichtet. Der Weg dort ist von Geländemotorradfreaks derart zerfurcht worden, dass es keinen Spaß macht, da zu wandern. Wir folgen daher ein ganz kurzes Stück der Straße nach Andratx, um dann über schöne Wiesenwege wieder in den Wald und nach Camp de Mar zu gelangen. Nach einem Abstecher zum Cap Andritxol und zur Mönchsbucht (Caló d'en Monjó) erreichen wir Cala Fornells und Peguera.



Quellen:
Herbert Heinrich: Mallorca, Wanderungen durch die Südwest-Region, Band 1 (bei Google unter „herbert heinrich mallorca“ suchen)
Infos über Fauna und Flora: Dorothea und Paco Ponce: Mallorca, Zwei Mallorquiner zeigen ihre Heimat -Rund um Sóller-

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