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Impressum

Der Pfälzische Königsweg

Eine Wegbeschreibung

Stand: Frühjahr 2016

Ergänzungen und Änderungen zu den Etappen 7 und 8 in roter Schrift
Stand 19. 06.2016
außerdem: 
Änderung beim Kartenmaterial
Detaillierung der Beschreibung "
Der Pfälzische Königsweg in 2 Tagen"

Mit diesem Link gelangt man auf die Wegbeschreibung in Buchform im DIN A 5-Querformat zum Ausdrucken. Dabei muss man folgende Klicks durchführen: Auf DRUCKEN klicken, unter "Seite anpassen und Optionen" auf BROSCHÜRE, unter "Broschüre-Seitenauswahl" auf NUR VORDERSEITE und natürlich auf DRUCKEN klicken. Dann die gedruckten Seiten umdrehen und die Rückseite bedrucken. Aber Achtung! Zuvor die Seiten umschichten, damit die zuletzt gedruckte Seite unten liegt. Nun muss man die Seiten wieder umschichten, damit die erste Seite wieder oben liegt. Nun wird der ganze Stapel gefaltet, und schon hat man das DIN A 5-Querformat. Am einfachsten wäre nun, den Falz zu heften, aber dann klappt das Umblättern nicht. Am besten also, man lässt sich im Copy-Shop eine Spirale einziehen. Somit hat man nun aufgrund des Formats ein gut zu handhabendes Spiralringbuch für unterwegs.
Die Beschreibung dieser Handbabung war für mich nicht einfach. Für Verbesserungsvorschläge bin ich dankbar!

Kartenmaterial: Neue Kartenserie "Naturpark Pfälzerwald" Maßstab 1:25 000
Oberhaardt von Neustadt/Wstr. bis Queichtal (Blatt NP6), 2. Aufl., 2010
-offizielle topografische Wanderkarten von PWV und LVermGeo-
Karte erhältlich in Buchhandlungen, PWV-Hütten oder bei der PWV-Geschäftsstelle in 67433 Neustadt, Fröbelstraße 24
Achtung: Die Kartenserie wird nicht mehr neu aufgelegt, wenn sie vergriffen ist.

Pietruska Rad-, Wander- und Freizeitkarte, Maßstab 1:25 000

Edenkoben, Landau & Neustadt, 2. Auflage 2013

Literatur:
Walter Eitelmann, Rittersteine im Pfälzerwald – Gedenksteine und Inschriften – Eine steinerne Geschichtsschreibung, ISBN 3-00-003544-3 (siehe: wikipedia)

© Thomas Bornhaupt und Alwin Müller

Legende: rote Scheibe, roter Balken, usw. = Wegmarkierungszeichen des Pfälzerwald-
Vereins, aber nicht durchgängig. Einige Berge sind nur auf nichtmarkierten Wegen zu erreichen.
Markierungszeichen rotes Kreuz = Verbindungsweg für die zweigeteilte Wanderung
Gestrichelte Linien = Varianten
Rote Felder = Höhe über 600 m ü.NN
P = Parkplatz


Kursiv geschriebener Text = wissenswerte Erläuterungen. Die Kilometerangaben innerhalb des Textes beziehen sich auf die Entfernung vom Ausgangspunkt der Etappe. Viele Wegabschnitte sind doppelt oder mehrfach markiert; ich verwende jedoch fast ausschließlich nur eines der Markierungszeichen. 

1. Etappe: Herz-Jesu-Kloster – Hohe Loog (618,7 m) -- km 4,0 -- Hm ↗ 400 -- Hm ↘ 4

Markierung:             

Start und Ziel ist der Parkplatz vor dem Herz-Jesu-Kloster in Neustadt (222 m). Fürs Navi: Waldstraße 60, 67434 Neustadt. Von dort wenige Meter weiter hoch zum Parkplatz.
Die Markierung Roter Punkt 
führt uns fast bis zum Gipfel der Hohen Loog. 

Loog bedeutet Grenze. Hier verlief also eine hohe Grenze.

Bei dieser und auch späteren Etappen befinden wir uns teils auch auf dem Prädikatswanderweg Pfälzer Weinsteig mit folgenden Logos: 

                       

Das oben links dargestellte Logo existiert nur auf angebrachten Schildern. Beim meist an Bäumen aufgemaltem Logo fehlen die stilisierte Traube und der Schriftzug.

Zunächst führt uns ein zerschlissener Asphaltweg in Kehren hoch. Als erstes passieren wir den linksseitigen Conrad-Freytag-Blick. 

Der Aussichtspunkt mit schönem Blick über Stadt und Rheinebene ist benannt nach dem Mann, der die revolutionäre Technik des Monierbaus in Neustadt begründete. In Neustadt schlug also die Geburtsstunde dieser Bautechnik. Im Park des Haardter Schlosses steht ein Brückengeländer aus diesen Anfängen.

Am Ende des Zickzackweges erblicken wir rechterhand das Mausoleum der Familie Freytag. Die deutlich zu sehende Markierung Pfälzer Weinsteig führt uns die Stufen rechts hinauf. Ein kurzes Stück links auf dem Römerweg (alte Römerstraße), dann beginnt rechterhand der Aufstieg auf schönen Wegen, zunächst im Kastanienwald, später im Mischwald. Ein Wendehammer, der Nollensattel (322,0 m - 1 km) wird gequert. Der zunächst fast ebene Weg führt auch zum Hambacher Schloß. Die rote Scheibe biegt rechts ab und führt zunächst hinauf zum Speierheld mit dem Ritterstein Nr. 248 und einer Schutzhütte (465,4 m - 2,4 km).

Speierheld bedeutet Speyerer Halde. Das Hambacher Schloß und der dazugehörende Haagwald waren im Besitz des Bischofs von Speyer. Speyer schrieb sich bis 1825 mit i statt y. Auf dem wenige Meter oberhalb am linken Wegrand stehenden Grenzstein Nr. 43 und auf weiteren Grenzsteinen am Weg sieht man auf der einen Seite ein Hufeisen, das Orts- und Waldzeichen von Hambach, und auf der anderen, der Hang-Seite, das Bistumskreuz im Barockschild mit der Jahreszahl 1752 und laufender Nummerierung. - Außer der Schutzhütte lädt auch eine Sitzgruppe zum Verweilen ein. Eine Schneise im Wald gewährt einen schönen Blick auf Hambach mit der Kirche St. Jakobus.

Nun führt der Weg, teils mit Stufen versehen, etwas steiler hinauf zu einer kleinen Hochfläche mit Kiefernwald.

Auf dieser Hochfläche gedeihen viele Fingerhut-Pflanzen. Achtung: Hoch giftig! Schön anzusehen während der Blütezeit zwischen Juni und August. Auch der seltenere Weiße Fingerhut ist vertreten.

Dann kommt von rechts der Quellenweg (Markierung: Q), ca. 10 m dahinter von links der Weg vom Hambacher Schloß mit der Weinsteigmarkierung, und ca. 5 m danach zweigt unser Weg zum Gipfel nach rechts ab. Es ist ein unmarkierter gut ausgetretener Trampelpfad. Direkt oberhalb einer Forststraße steigen wir weglos zum Felsgipfel auf. Den obersten Felsen, damit man wirklich ganz oben war, kann man leicht erklettern.

2. Etappe: Hohe Loog (618,7 m) -- Taubenkopf (603,8 m) -- km 2,35 -- Hm ↗ 51  -- Hm ↘ 66
Etappen 1 + 2: km 6,35 -- Hm 451  -- Hm 70

Markierungen:   ②            

Ein Trampelpfad führt direkt zur wenige Meter unterhalb gelegenen Hohe-Loog-Hütte, wo wir wieder auf die Markierung roter Punkt  treffen.

Vom Platz vor der Hütte mit vielen Sitzgelegenheiten hat man einen phantastischen Blick in die Rheinebene und rechts hinüber zur Kalmit und dem Taubenkopf links davor.

Wir gehen einen recht steilen Weg hinunter und erreichen den Platz Bildbaum (566,8 m -- 0,6 km) mit Bänken und einem steinernen Tisch.

Ein Hambacher Künstler hat das an einem Baum befestigte Reliefbild (Maria mit Jesuskind)  geschaffen.

Am Ende dieses Platzes mit vielen abzweigenden Wegen verlassen wir nach links die Rote Scheibe und gehen den Weg Nr.
, zunächst Richtung Klausental. Der Weg Nr. , dem wir folgen, biegt bald rechts ab auf einen eben verlaufenden Forstweg und führt an der Höhle Bürgermeisterstein vorbei.

Diese interessante kleine Höhle mit dem Ritterstein Nr. 240 davor ist der Grund für unsere Abweichung vom Weg Rote Scheibe. An der linken Felswand sind über 100 Hausmarken eingraviert worden. Die meisten kann ich nicht deuten, aber einfach zu erkennen ist die Brezel, das Zeichen für das Bäckerhandwerk.

Bald stoßen wir wieder auf den roten Punkt 
und erreichen den großen Parkplatz Hahnenschritt (557,9 m -- 1,7 km). Diesen queren wir in voller Länge und gehen auf die Kalmitstraße zu. Ca. 30 m davor zweigt links der Pfad mit der Markierung weiß-grüner Balken ab. Er führt idyllisch durch zunächst dunklen Fichtenwald, parallel zur Straße, die mit ihrer Leitplanke den Naturgenuss etwas mindert. Sodann erreichen wir einen Platz mit einer Bank und einigen abzweigenden Wegen. (2,2 km).

Der weiß-grüne Balken führt sowohl geradeaus nach St. Martin, als auch links zum Taubenkopf und rechts zur Kalmit. Auf einigen Kehren (keine Abkürzer nehmen!) erreichen wir in Kiefernwald den Gipfel des Taubenkopfes (603,8 m -- 2,35 km). Auch diesen Gipfel ziert eine kleine Felsgruppe, die zu besteigen doch wesentlich schwieriger ist als die auf der Hohen Loog.


3. Etappe: Taubenkopf (603,8 m) -- Kalmit (672,6 m) km 0,85 -- Hm ↗ 96  -- Hm ↘ 27
Etappen 1 - 3: km 7,2 -- Hm ↗ 547  -- Hm 97

Markierung:   

Die Markierung weiß-grüner Balken
führt uns bis zur Kalmit.

Der Rückweg zum vorerwähnten Rastplatz ist das einzige größere Stück des Königsweges, das hin und zurück gegangen werden muss, weil zum Taubenkopf nur dieser eine Weg führt. Direkt dahinter queren wir die Kalmitstraße und steigen bergan. An einer Weggabel halten wir uns links. Hier kommt von rechts der direkte Weg vom Hahnenschritt mit den Markierungen Rote Scheibe und Weinsteig. Wir queren die Straße zum Kalmitparkplatz und gehen an der nächsten Gabel rechts, queren die Forststraße, die vom Parkplatz heraufführt, um über einige Treppenstufen zum Platz vor der Hütte des Pfälzerwald-Vereins Ludwigshafen/Mannheim zu gelangen, womit wir bereits den höchsten Punkt erreicht haben.

Natürlich hat man vom höchsten Berg des Pfälzerwaldes einen phantastischen Blick über die Rheinebene bis zu Odenwald und Schwarzwald.

4. Etappe: Kalmit (672,6 m) -- Stotz (603,2 m) -- km 0,8 -- Hm 2  -- Hm 72
Etappen 1 - 4: km 8,0 -- Hm ↗ 549  -- Hm 169

Markierung:
 
  

Diese kurze Etappe führt vom Südende des Platzes
mit vielen Sitzgelegenheiten auf einem schönen Pfad mit der Markierung roter Punkt  hinunter. Wir queren die vorerwähnte Forststraße. Nun heißt es aufgepasst! Ca. 100 m weiter zweigt rechts im rechten Winkel ein mittlerweile gut sichtbarer unmarkierter Trampelpfad ab und führt steil hinunter in eine Senke. Danach steigt das Gelände schwach an. Hier wurde ein Wald-Campingplatz, auf neuhochdeutsch Trekking-Camp genannt, errichtet.

Hoffentlich entsteht hier nicht mal ein Waldbrand, wenn im Hochsommer der Kiefernwald staubtrocken ist und die Feuerstelle nicht gelöscht wird. Ich habe selbst einmal die Feuerstelle mit noch frischer Glut verlassen vorgefunden.

Mehrere Pfade führen durchs Camp, die sich etwa auf Höhe des kaum erkennbaren Gipfelchens wieder vereinen. Der von Gerd Fouquet errichtete Steinmann wurde längst zerstört. Etwas vor dem Grenzstein Nr. 163 befindet sich die höchste Erhebung. Man sieht, dass sich der nach Süden weiterführende Pfad mit dem Gelände neigt.


5. Etappe: Stotz (603,2 m) -- Hochberg (635,3 m) -- km 6,0 -- Hm ↗ 347   -- Hm ↘ 315
Etappen 1 - 5: km 14,0 -- Hm 896   -- Hm ↘ 484

Markierungen:        

Weiterhin ohne Markierung führt der Pfad ca. 60 Hm steil hinab zu einem Parkplatz an der Kalmitstraße, wo wir vor einem Felsen mit Wegweisern (rechts nach St. Martin) rechts abbiegen auf den Weg mit der Markierung  roter Punkt . Nach der Querung eines Fahrweges biegen wir an einer Gabel scharf links ab, wo der Weinsteig von rechts herunterkommt und uns nun eine Weile begleitet. Wir queren die Totenkopfstraße und gelangen in Kastanienwald. Der rote Punkt weist auf einem Schild den Weg zur Kropsburg. Wir folgen diesem nach rechts, erreichen die Talsohle und überqueren den Kropsbach auf einem Holzbrückchen (ca. 290 m -- 2,3 km).

Nun überqueren wir eine nicht asphaltierte Straße und verlassen den roten Punkt. Links der Bellachini-Brunnen-Teich mit Springbrunnen und Rastbänken. Sogleich biegen wir rechts ab.

Alternativ kann man auch weiter links den Weg mit der Weinsteig-Markierung bis zum Dichterhain nehmen.

Der Pfad führt, teils mit Stufen versehenen,  in einen Kastanienwald hinein,
und wir erreichen den leider oft kein Wasser spendenden Bellachini-Brunnen, mit Teich und Springbrunnen davor.

Franz Schweizer war der berühmte Magier Bellachini
.  Diesem St. Martiner Sohn zu Ehren wurde auch links vor dem Teich ein Gedenkstein errichtet.

Wiederum rechts geht's weiter auf dem mit Stufen versehenen Pfad, nun auf dem Pälzer Keschdeweg . An der nächsten Kreuzung halten wir uns wieder rechts und verlassen den Keschdeweg. Nach der Querung eines schmalen Forstweges erreichen wir die 1930 errichtete Tina-Will-Blick-Hütte. Der nun mit Pfälzer Weinsteig   markierte Pfad biegt wiederum rechts ab und führt in vielen Kehren nach oben im von Kiefern dominierten Wald. An einigen Stellen bieten Sitzbänke eine mehr oder weniger gute Sicht auf St. Martin. Wir erreichen einen zweiten querenden Forstweg unterhalb der Schwalbenfelsen, den wir nach links gehen. Am Ende der Felsen biegt unser Weg nach rechts ab (390 m -- 3,6 km).

Wir machen jedoch einen Abstecher zum Dichterhain, nur ca. 25 m weiter auf dem Forstweg. Hier sind die Reliefs von drei Pfälzer Mundartdichtern auf einer großen senkrechten Felsplatte eingemeißelt: August Heinrich
, besser bekannt als "Bellemer Heiner", Lina Sommer und der weniger bekannte Dichter und Stadtpfarrer von Edenkoben, Fritz Claus.

Wir gehen zu dem vorerwähnten Abzweig zurück und steigen nunmehr auf dem Hochberg-Rundweg   auf, zunächst durch die Schwalbenfelsen hindurch. Wir queren eine Forststraße und verlassen den Rundweg. Auf idyllischem Pfad, der teils von Heidelbeersträuchern eingerahmt wird, steigen wir auf. Wir queren eine weitere Forststraße, bevor wir einen Trampelpfad links hochgehen. Dieser Abzweig ist schwer zu beschreiben, aber auch aufgrund seiner von Radfahrern eingefrästen Rinne nicht zu übersehen. Wir erreichen nach wenigen Metern eine Forststraße, die wir halblinks hochgehen.

Kein Problem, falls man dennoch den Abzweig verfehlt hat. Nach wenigen Metern erreicht man auch die Forststraße.

Von rechts biegt eine Forststraße mit dem Weg Nr.
① ein. Wir gehen geradeaus weiter auf diesem Weg, der nunmehr ziemlich eben weiterführt bis zum Schorlestumbe mit einem Rastplatz und herrlichem Blick auf St. Martin und die Rheinebene (ca. 540 m -- 5,1 km).

Eine witzige Idee, einen Rastplatz durch einen Felsen zum Abstellen eines Schoppenglases in einer runden Vertiefung zu verschönern. Übrigens für alle Nicht-Pfälzer: Ein Schoppen ist bei uns ein halber Liter. Noch eins am Rande: Einen Schoppen Pfälzer Schorle bekommt man, zumindest in den
Pfälzerwaldvereins-Hütten, mit einer Handbreit Wein und einer Handbreit Mineralwasser eingeschenkt, wobei die Hand beim Wein senkrecht und beim Wasser waagrecht darüber gehalten wird.

Kurz vor diesem Platz biegt unser Weg rechts ab und führt nun als Hochberg-Rundweg    bis zum Gipfel, dank dieser Markierung unschwer zu finden. Nach einem zweiten Rechts-Abzweig wird der Weg schmäler. Wir erreichen die unter uns liegenden Schornsteinfelsen mit einer Bank mit schöner Aussicht. Nach der Querung eines aufgelassenen Forstweges erreichen wir eine Gabelung. Der Rundweg führt sowohl geradeaus weiter als auch als Abstecher zum Gipfel (Beschilderung: Steinernes Köppl), dessen höchster Punkt auf einer fast ebenen Hochfläche mit Fingerhut-Pflanzen dank eines riesigen Steinmannes gut zu erkennen ist. (635,3 m -- 6,0 km).

6. Etappe: Hochberg (635,3 m) -- Blättersberg (617,5 m) -- km 7,6 -- Hm 261 -- Hm ↘  279
Etappen 1 - 6: km 21,6  -- Hm 1.157   -- Hm ↘ 763

Markierungen:       Rhodt - Rietburg-Rundweg

Hinter dem großen Steinmann biegen wir rechts ab auf einen unmarkierten, nicht ausgetretenen, aber dennoch gut auszumachenden Pfad, der in einer Schneise verläuft und auf dem viel Restholz aufgrund des Holzeinschlags herumliegt. Von rechts kommt der Hochberg-Rundweg  als schmaler Pfad herunter, den wir links weitergehen.

Alternativ kann man auch vom Gipfel bis zu der vorerwähnten Gabelung zurückgehen und dann links den Hochberg-Rundweg weiter.

Natur pur ist hier anzutreffen mit viel Heidekraut und Fingerhut im Kiefernwald. Auf dem nächsten querenden Forstweg, der nur noch als Pfad zu begehen ist,
gehen wir links. Den nächsten Forstweg queren wir schräglinks und steigen in einer unmarkierten Schneise weiter ab. Nun erreichen wir wieder den Rundweg  , der uns nach links in wenigen Metern zur St. Martiner Hütte, auch Hesselbach-Hütte genannt, führt (485,6 m -- 1,2 km). Mit dieser Schneise haben wir also lediglich den Rundweg abgekürzt.

Mit dem Rücken zur Hütte stehend zweigt halblinks der Weg mit der blau-weißen Markierung
 ab und führt zum Hüttenbrunnen hinunter, zunächst als Waldpfad, der in einen Platz mit vielen Forststraßen mündet. Wir nehmen die mittlere abwärtsführende. Wir passieren den Morschenbergbrunnen zur Rechten und erreichen die  Edenkobener Pfälzerwaldvereinshütte am Hüttenbrunnen (361,6 m -- 3,0 km).

Auf der Straße vor der Hütte gehen wir links.

Gleich zur Rechten vor einem Holzbrückchen über den Triefenbach lädt ein Schild zum Schmunzeln ein: "Brücke am Hüttenbrunnen, erbaut 1964 von Förster Edinger, eingestürzt anno 2005 unter Pfarrer Kuby, wiedererstellt im August 2005 durch den Freundeskreis Pro-Edenkoben." 

Nach wenigen Metern biegen wir rechts auf die Zufahrtstraße zum Parkplatz ein. Hinter dem Rastplatz mit Schutzhütte zweigt links unser Weg ab, zunächst als Forststraße mit der Markierung roter Punkt 
, und führt hinauf zur Rietburg. Bald verlassen wir die Forststraße nach rechts auf einem schönen Pfad mit Mischwald. Dann tauchen wir erstmals in einen etwas größeren Fichtenwald ein. Wir passieren den Schägerstein an seiner Oberkante. Dort, wo unser Weg auch mit der Nr. 3 markiert ist, führt ein unmarkierter Pfad, der bald wieder auf unseren Weg stößt, links zu diesem Felsen hinunter. Wir erreichen einen Forstweg unterhalb eines Geheges für Damhirsche, den wir links gehen und nach wenigen Metern oberhalb der Rietburg  ankommen (6,3 km). Die Höhengaststätte in der Burg bietet selbstverständlich eine phantastische Aussicht.

Nun begeben wir uns auf einen alten Grenzpfad mit mehreren alten Grenzsteinen, der links vom Gehege mit der Markierung Rietburg-Rundweg beginnt
Rhodt - Rietburg-Rundweg. An einer Gabelung gehen wir auf Schotter etwa 50 Schritte geradeaus weiter. Da verlässt uns der Rundweg nach rechts. Wir steigen halblinks den unmarkierten Weg für Allradfahrzeuge steil hoch. Nun heißt es aufgepasst! Kurz hinter einem Grenzstein zur Rechten biegen wir nach links auf einen schmalen Pfad. Nach etwa 40 m taucht rechts ein beachtlicher Steinmann auf, der auf der Hochfläche den Gipfel des Blättersberges markiert (617,5 m -- 7,6 km)


7. Etappe: Blättersberg (617,5 m) -- Roßberg (637,0 m) -- km 10,0  -- Hm ↗ 577 -- Hm ↘ 557
Etappen 1 - 7: km 31,6  -- Hm 1.734   -- Hm ↘ 1.320

Markierungen:        

Wir gehen den Pfad geradeaus leicht abwärts weiter, queren den Rietburg-Rundweg und erreichen in einer Senke den blau-gelb markierten Weg , auf dem wir geradeaus leicht aufwärts wandern, bis wir zu einem großen Platz mit einer (leider muffigen) Hütte und einem Rastplatz davor erreichen. Am südlichen Ende des Platzes erhebt sich der 15 m hohe besteigbare Ludwigsturm (604,9 m -- 0,6 km).

An diesem Turm gehen wir links vorbei geradeaus weiter, den blau-gelb markierten Weg wieder verlassend. Einige mit Nummern versehene Markierungen sind nicht sehr hilfreich, sodass wir uns auf sie nicht verlassen können. Der recht schmale Forstweg biegt links ab. Wir gehen geradeaus weiter und folgen auf einem Pfad dem Schild "Schweizer Haus". Dieser schöne Pfad führt ca. 400 Hm recht steil im Mischwald hinunter. Einen Forstweg queren wir schräglinks. Am nächsten folgen wir wieder dem Schild "Schweizer Haus". An einer Gabelung halten wir uns rechts und sehen bald vor uns das leider noch geschlossene Schweizer Haus, das wir links steil hinuntergehend erreichen. Unser Weg führt rechts in weiteren Kehren abwärts, nun aber einfacher zu finden, da wir uns bis zur St.-Anna-Hütte an der Markierung roter Balken
(auch Keschdeweg) orientieren können.

Auf einem Linksabzweig gelangt man nach ca. 50 Schritten zur Mariengrotte mit Rastplatz. An der Grotte vorbei zeigt
nach wenigen Metern ein Schild  nach rechts zum Marienbrunnen, der wiederum nach wenigen Metern erreicht ist. Das Schild "Kein Trinkwasser" hat wohl nur eine versicherungstechnische Bedeutung. Wir gehen zurück zum Abzweig. Nun hat sich auch die Weinsteig-Markierung bis zur St.-Anna-Hütte hinzugesellt.

Nun führt unser Weg weniger steil auf schönem Pfad, auch mit Buchenwald, ins Modenbachtal hinein. Nach einem Linksabzweig queren wir die L 506 und erreichen die Talsohle an der Buschmühle mit gehobener Gastronomie (224 m -- 3,9 km). Wir gehen links über den Parkplatz und steigen zu einer weiteren Straße (K 58) auf, der wir nach links leider ca. 100 m folgen müssen.  Halbrechts führt ein Pfad, zunächst auch mit gelb-weißer Markierung, hinauf. Nach einem Rechtsabzweig erreichen wir eine Schotterstraße, der wir leider bis zur St.-Anna-Hütte folgen müssen (437 m -- 6,2 km).

Nun verlassen wir den Weg mit der Markierung roter Balken, gehen ein kurzes Stück die Schotterstraße mit der Markierung weiße Scheibe 
 weiter aufwärts.

Wer schon müde ist, kann den Teufelsfelsen auslassen und diese Straße bis zum Dreimärker weitergehen. Er spart jedoch nur ca. 400 m Weg und nur ca. 50 Hm.

Alternativ kann man auch gleich oberhalb der Hütte links neben der Schotterstraße einen mittlerweile gut ausgetretenen unmarkierten Pfad hochgehen, der in den nachfolgend beschriebenen Weg mündet.

Nach wenigen Metern zweigt links der Weg zum Teufelsberg ab, unmarkiert, abgesehen von den drei aufdringlichen Markierungs-Schildern der Gemeinde Burrweiler, die übereinander an einem Baum angebracht sind. Diese Website erklärt die Bedeutung.

Schon seit vielen Jahren bedaure ich den Wildwuchs an teils viel zu großen und zu knalligen Wegweisern bzw. Markierungs- oder Hinweisschildern, seit der Pfälzerwald-Verein die Markierungshoheit verloren hat. Dieses Chaos verschandelt die Natur. Wir müssen zurückkehren zum Alleinmarkierungsrecht des Pfälzerwald-Vereins. Nur dieser Verein, dem wir das große Wegenetz im Pfälzerwald verdanken, besitzt die erforderliche Kompetenz. Die Gemeinden starten oft Markierungsaktionen und kümmern sich anschließend nicht mehr darum. Daraus resultiert auch der Streit zwischen Gemeinden und dem PWV, der darin gipfelte, dass die örtlichen Markierungen in die neue Kartenserie nicht mehr aufgenommen wurden.

Ein schöner alter Weg mit teils noch existierenden Sandstein-Randsteinen führt durch Mischwald aufwärts. Nach der Querung eines schmalen Forstweges taucht ein Schild "Wetterkreuz" auf, dem wir folgen. Linkerhand sehen wir ein Wiesengelände, das offenbar für die Wildschweine zum Suhlen geschaffen wurde. Der Weg wird zum Pfad und führt steil zum Teufelsberg mit einem Rastplatz hinauf (597,6 m -- 7,1 km).

Das auf einem hohen Sockel stehende steinerne Kreuz trägt  folgende Inschrift: "Sehet das Kreuz des Herrn. Fliehet ihr feindlichen Kräfte. Der Löwe aus Juda. Die Wurzel Davids hat gesiegt. Alleluja, alleluja. Sankt Antonius von Badua" - Selbstverstänlich bietet sich ein toller Ausblich in die Rheinebene. Ganz im Vordergrund liegt Burrweiler.

Wir gehen ca. fünf Meter vom Kreuz zurück und biegen links auf einen schönen unmarkierten fast ebenen Pfad oberhalb der Teufelsfelsen im mit Birken durchsetzten Mischwald. Rätselhaft ist die vereinzelte Markierung Blauer Balken, die es auf der Karte nicht gibt. Dann geht's steil hinab durch die Ausläufer der Teufelsfelsen in einen dunklen Fichtenwald hinein. In lichterem Wald stoßen wir auf einen  Forstweg, den wir rechts gehen. An der nächsten Gabelung halten wir uns links und stoßen auf den Schotterweg mit der Markierung weißer Punkt
, der rechts von der St.-Anna-Hütte heraufkommt und links nach ca. 1,5 km zum Dreimärker mit Schutzhütte und Rastplatz führt (446,0 m -- 8,7 km).

Auf dem Findling gegenüber der Schutzhütte sind drei Markstücke eingemeißelt. Das Kunstwerk ist jedoch unvollendet, denn ein Markstück wurde nicht fertig. Der Name hat jedoch mit Geld nichts zu tun.
Vielmehr treffen hier drei Gemarkungen zusammen. An der Frontseite des Findlings wurden zwei Köpfe herausgearbeitet. Links daneben ein Grenzstein. Links vom Weinsteig-Wegweiserpfahl neben dem Rastplatz steht ein Grenzstein, auf dem deutlich das Grenzdreieck zu erkennen ist.

Nun folgt ein schwieriger Aufstieg auf den Roßberg. Es sind zwar nur 190 Hm, aber die haben es in sich. Sogleich heißt es aufgepasst. Wir wandern den Forstweg zwischen dem beschriebenen Findling und der Hütte ca. 30 m zu einer Gabelung, die wir rechts gehen und nach ca. 20 m links abzweigen auf einen aufgelassenen Forstweg mit teils noch vorhandenen Randsteinen. Ab dem ersten zu querenden Forstweg wird es aufgrund der wegversperrenden Baumstämme und Äste schwieriger. Gerd Fouquet und ich haben, soweit möglich, den Weg mit Säge und Astschere begehbar gemacht. An einigen nicht wegräumbaren Hindernissen haben wir jedoch linkerhand Umgehungspfade ermöglicht.  Kurz bevor wir auf den nächsten querenden Forstweg stoßen, steigen wir rechts ein paar Meter weglos hinauf. Diese Forststraße queren wir schrägrechts und steigen eine vom meisten Geäst befreite Schneise steil hinauf. Oben treffen wir auf einen querenden Forstweg, auch Grenzweg, der aufgrund der schlechten Beschaffenheit mehr ein Rückeweg ist. Diesen links gehend kommen wir an mehreren Ameisenhaufen vorbei. Dort, wo der Weg eine Linkskurve macht, wandern wir geradeaus die letzten paar Meter,
den Hochsitz links liegen lassend, weglos zum unscheinbaren Roßberg-Gipfel mit einem trigonometrischen Punkt und einem hoffentlich nicht zerstörten Steinmann (637,0 m -- 10,0 km).


8. Etappe:
 Roßberg (637,0 m) -- Kesselberg (661,8 m) -- km 7,8 -- Hm ↗ 396    -- Hm ↘ 371
Etappen 1 - 8: km 39,4  -- Hm 2.130   -- Hm ↘ 1.691

Markierungen:   

Unser Weg hinunter führt links am Hochsitz vorbei auf  den schon bekannten unmarkierten Rückeweg, der offenbar für den Jäger befahrbach gemacht wurde und daher gut zu begehen ist. Mittels einer Gabelung führt dieser Weg auf einen querenden Schotterweg. Wir nehmen die rechte Gabel und gehen ca. 10 Schritte nach rechts. Der hier links abzweigende unmarkierte Pfad ist aufgrund von Aufräumarbeiten nunmehr gut zu erkennen und führt uns durch Natur pur hauptsächlich in Kiefernwald hinunter. Von rechts oben herab kommt ein steiler Forstweg, den wir wenige Meter links gehen zu einem zu querenden Forstweg. Halblinks führt eine Schneise hinunter und halbrechts setzt sich unser Pfad fort. Wir queren schrägrechts einen weiteren Forstweg und sehen schon das Waldhaus Drei Buchen, zu dem die Weinsteigmarkierung links hinabführt (410 m --  1,8 km).

Auf der Zufahrtsstraße zur Hütte gehen wir bis zur L 506, sodann nach wenigen Metern die Forststraße rechts mit der Markierung roter Punkt
. Die Forststraße gabelt sich sofort wieder. Wir halten uns links und dürfen nach wenig mehr als 100 m den Linksabzweig mit dem Roten Punkt auf einen schönen Pfad nicht übersehen. Er führt durch Mischwald mit vielen Buchen und riesigen Kiefern. Wenn wir schon nahe der Landesstraße sind, mündet von rechts der Weg vom Dreimärker mit dem blau-weißen Balken in unseren Weg ein. Dieser Markierung konnte man laut der alten Karte bis zum Kohlplatz folgen. Seit die Amicitia-Hütte dem Pfälzerwald-Verein gehört, wurde der Weg über diese Hütte umgeleitet. Zunächst folgen wir jedoch dieser Markierung, da wir nach wenigen Metern den roten Punkt verlassen. Wir queren schrägrechts die Landesstraße, und wandern nach links auf den Parkplatz Meisental zu und überqueren ihn (273 m -- 4,2 km).

Nach ca. 100 m verlassen wir den blau-weißen Balken gleich hinter der Schranke und zweigen nach rechts auf einen unmarkierten schönen, jedoch meist matschigen Pfad ab, der teils an einem idyllischen Bächlein durch Mischwald mit auch altem Buchenbestand entlangführt. Wir überschreiten das Bächlein über ein Holzbrückchen und können einem Teil Matsch entgehen, indem wir statt links, geradeaus den Trampelpfad auf einen alten, teils noch gepflasterten schmalen Forstweg hochsteigen. Leider kommt wieder Matsch, den wir auf weiteren Trampelpfaden weitgehend umgehen können. Von rechts kommt ein Forstweg, dem wir nach links folgen, um dann dem knallgelben Schild "Nellohütte" nachzugehen. Den nächsten querenden Forstweg gehen wir ein Stück nach rechts und dann wieder links hoch, und wir befinden uns wieder auf der blau-weißen Markierung.

Beim Queren des nächsten Forstweges sehen wir linkerhand die alte hölzerne Nellohütte mit einem Brunnen zum Wasserfassen links daneben. Oberhalb befindet sich die neue
Nellohütte. Nun folgt ein felsiges steiles Wegstück. Nach der Querung eines weiteren Forstweges führt der Weg geradeaus hoch. Nach rechts gelangen wir zum Kohlplatz mit einem Rastplatz (465,9 m -- 6,1 km).

Davor steht der Ritterstein Nr. 69. Hier wurde deutsch-französische Kriegsgeschichte geschrieben. Die Inschrift auf dem Stein lautet: "Kohlplatz - Rückzugsgefecht des Batl. von Schladen unter Major von Borck am 13. Juli 1794". Was war geschehen? Die französische Revolution verursachte die Revolutionskriege von 1792 bis 1815. Siehe Wikipedia. Walter Eitelmann beschreibt in seinem Rittersteinbuch die Ereignisse des 1. Koalitionskrieges von 1792 bis 1797, soweit sie die Pfalz betreffen, ziemlich detailliert. Im Pfälzerwald gab es verlustreiche Kämpfe
für beide Seiten, für Franzosen einerseits und Preußen und Österreicher andererseits. Hart umkämpft war das Schänzel, heutiger bzw. offizieller Name Steigerkopf (siehe 9. Etappe). Das Jahr 1794 war für die am Schänzel kämpfenden Preußen verhängnisvoll. Sie mussten sich zurückziehen. Daher die Rückzugsgefechte am Kohlplatz.

Wir gehen wieder ein Stück zurück und folgen nun der blau-gelben Markierung
  auf dem ziemlich steil ansteigenden Forstweg, wobei wir den Rechtsabzweig nach wenigen Metern nicht verpassen dürfen. Ein zu ignorierender Forstweg zweigt im spitzen Winkel nach rechts ab. Wenige Meter weiter lädt linkerhand ein Rastplatz zum Verweilen ein. Ca. 20 m dahinter zweigt rechts der zum Kesselberg hochführende unmarkierte Dr.-Sprater-Pfad ab (7,1 km).

Dr. Friedrich Sprater war einer der bedeutendsten Wissenschaftler der Pfalz und langjähriger Leiter des Historischen Museums der Pfalz in Speyer. Er hat sich um den Pfälzerwald-Verein große Verdienste erworben. Ihm zu Ehren erhielt dieser Pfad seinen Namen, was der Ritterstein Nr. 185 am Einstieg des Pfades bezeugt.

In dem Wald mit hauptsächlich Kiefernbestand queren wir schräglinks einen Forstweg. Auf dem Kamm angekommen, wendet sich der Pfad nach rechts. Nach dem Schild "Dr.-Sprater-Pfad" mit Pfeil in der Gegenrichtung zweigt links ein Pfad ab, der nach Norden hinunterführt. Zwischen diesen Pfaden liegt ein Trampelpfad, den wir später nehmen. Wir halten uns rechts und erreichen die Gletschermulden, eine Felsgruppe mit runden schüsselartigen Vertiefungen in mehreren Felsen.

Zur Entstehung dieser Formen gibt es zwei Versionen. Die Erste: Der Name ist irreführend, denn der Pfälzerwald war nie vergletschert. Walter Eitelmann hat folgende Erklärung in seinem Rittersteinbuch, die ich in einer Kurzversion versuche wiederzugeben: In eine Sandsteinschicht mit feinen Sandkörnern sickerte Wasser ein, das mit Kalk, Eisen und Eisenoxidhydrat angereichert war. Ein Sandkorn, das ein Kalkbindungsmittel enthielt, bildete einen Kristallisationskern, und es setzte nach den Gesetzmäßigkeiten des Kristallwachstums ein Schalenaufbau ein, wobei sich eine immer größer werdende Kugel bildete, die sich irgendwann aus dem Gesteinsverbund löste. - Die zweite spätere Version: Der Pfälzerwald war sehr wohl vergletschert. Der Neustadter Heimatforscher Christian Mehlis war davon überzeugt, wie unsere Tageszeitung Die Rheinpfalz am 13. August 2015 berichtete. Mehlis hatte folgende Erklärung: Gletschertöpfe entstehen, wenn unter einem Gletscher fließendes Schmelzwasser Wirbel bildet und mitgeführte Sand- und Kiespartikel Hohlformen im Gestein ausschleifen.: Der Bremer Geologe Professor Dieter Ortlam gab Mehlis Recht und verwies auf die vorhandenen gletschertopfcharakteristischen Abflussrinnen. - Über beide Versionen haben viele Wissenschaftler heftig gestritten. Bewiesen ist keine. - Man beachte auch den linken etwas abseits liegenden Felsen mit einer ausgeprägten Mulde.

Wir gehen ein paar Schritte geradeaus weiter und erreichen den kaum wahrnehmbaren höchsten Punkt des Kesselberges (661,8 m -- 7,8 km). Vielleicht treffen wir das Steinmännchen unzerstört an.


9. Etappe:
 Kesselberg (661,8 m) -- Steigerkopf (613,6 m) -- km 2,4 -- Hm ↗ 72  -- Hm ↘ 120
Etappen 1 - 9: km 41,8  -- Hm ↗ 2.202    -- Hm ↘ 1.811

Markierung:   

 Bis zur Abzweigung des Dr.-Sprater-Pfades gehen wir zurück und auf den vorerwähnten gut ausgeprägten Trampelpfad. Also, nicht rechts gehen! Dieser wunderschöne Pfad durch herrliche Natur mit vielen Fingerhutpflanzen führt auf dem Kamm über den ganzen Kesselbergrücken, gesäumt von Grenzfelsen und -steinen. Bevor es steil  durch einen dichten Fichtenwald hinuntergeht, steigen wir auf eine Erhebung an. Wir queren einen grasigen Forstweg, nach dem das Gelände noch steiler abfällt. Dann erreichen wir den Forstweg mit der blau-gelben Markierung , auf dem wir bereits vor dem Abzweig auf den Dr.-Sprater-Pfad gegangen sind. Wenige Meter rechts, und wir haben den Benderplatz mit einer Schutzhütte und dem Ritterstein Nr. 241 erreicht (552,5 m -- 1,7 km).

Friedrich Bender hat sich um den Pfälzerwald-Verein, besonders um die Ortsgruppe Edenkoben, verdient gemacht, sodass die Ortsgruppe die Wegspinne nach ihm benannte und den Grabstein vom Friedhof Edenkoben dorthin versetzte.

Wir bleiben auf der blau-gelben Markierung. Das Schild "Schänzelturm 500 m" weist uns zusätzlich den Weg. Nach ca. 100 m
auf Schotter zweigen wir links ab. Wir passieren mehrere Grenzsteine, einen Grenzfelsen und zur Linken einen flachen Gedenkstein.

Dieser trägt folgende Inschrift: "Königl. preuß. Inf. Reg. v.Schladen ...(diese Zeile konnte ich nicht lesen)... Den 25. Juny 1794"

Wenige 100 m weiter erreichen wir den Gipfel des Steigerkopfes mit dem Schänzelturm
(613,6 m -- 2,4 km). 

Eine Tafel am Turm trägt folgende Inschrift: "Dem Andenken der tapfern preußischen Krieger, welche im Kampfe gegen das französiche Invasionsheer am 13. Juli 1794 hier den Heldentod für das deutsche Vaterland starben. - Errichtet durch den Schänzelturmbauverein zu Edenkoben 1874". Wie bereits bei der 8. Etappe berichtet, fanden hier erbitterte Kämpfe statt.


10. Etappe: Steigerkopf (613,6 m) -- Morschenberg (Platte) (608,3 m) -- km 1,6 -- Hm ↗ 35   -- Hm ↘ 40
Etappen 1 - 10: km 43,4  -- Hm 2.237   -- Hm .1.851

Markierungen: 
      

Wir überschreiten den Gipfel und behalten die Markierung blau-gelber Balken
bei. Leider ist diese Markierung verblasst. Wir können uns aber auch bis zum St. Martiner Fronbaum an den Markierungen grün-weiß und Armbanduhr  orientieren. Nach ein paar Kehren auf dem Forstweg durch hauptsächlich Fichtenwald erreichen wir den Parkplatz Lolosruhe (573,8 m -- 0,9 km)

Am Ende des Parkplatzes vor der Kreisstraße rechts sehen wir den Ritterstein Nr. 238 mit der Inschrift "Lolosruhe - Fuenf Steine". Davor befinden sich auf einer Felsplatte fünf eingelassene Steine. Im Mittelpunkt steht der Rest eines alten Wegekreuzes, denn hier befand sich ein Straßenknotenpunkt. Auf dem großen Stein, ein Geraide-Loogfelsen, sind Grenzzeichen und Hausmarken eingeritzt. Die Geraidewälder, die Walter Eitelmann in seinem Rittersteinbuch ausführlich beschreibt, erstreckten sich an der Ostseite der Vogesen und des Pfälzerwaldes etwa von Straßburg bis nördlich Bad Dürkheim. Die etwa 19 Geraiden, die in sich geschlossene Gemeinschaftsgebiete darstellten, reichten bis ins 7. Jhdt. zurück. Eine wechselvolle Geschichte begleitete sie bis zu deren Ende Anfang des 19. Jhdts. - Ob der Name Lolosruhe auf Lola Montez, die Geliebte des Königs Ludwig I,. zurückzuführen ist, weiß niemand.

Wir überqueren die Straße und setzen unseren Weg mit denselben Markierungen und moderater Steigung im Mischwald fort. Nach dem Rechtsabzweig vom Forstweg erreichen wir eine kleine Anhöhe. Jetzt aufgepasst! Der Weg fällt nach wenigen Metern ebenem Verlauf ab. Genau dort, wo die Anhöhe erreicht wird, zweigt der Trampelpfad auf einer kleinen farnbewachsenen baumfreien Fläche zum wenige Meter etwas rechts liegenden kaum erkennbaren Gipfel ab. Man kann sich auch an dem links vom Weg liegenden flachen moosbewachsenen Felsbrocken orientieren. Etwa 5 m davor ist der Abzweig. Wenn der Farn hoch steht (Achtung: Zecken!), ist es schwieriger, den Pfad zu finden. Der Steinmann ist leider zerstört, aber der Gipfel befindet sich direkt links neben dem Grenzstein (608,3 m -- 1,6 km).


11. Etappe: Morschenberg (Platte) (608,3 m) -- Schafkopf (616,8 m) -- km 1,2  -- Hm ↗ 33    -- Hm ↘ 25
Etappen 1 - 11: km 44,6  -- Hm 2.270   -- Hm ↘ 1.876

Markierung: 

Wir gehen zurück und auf dem
markierten Weg weiter und erreichen die Wegspinne am St. Martiner Fronbaum mit der Schutzhütte (0,5 km). Jetzt heißt es wieder aufgepasst! An dem vor der Hütte links abzweigenden Forstweg mit der Armbanduhr-Markierung    steht am rechten Wegrand ein Schild, dessen Rückseite zu sehen ist. Ca. 25 m weiter führt rechts ein unmarkierter Trampelpfad leicht ansteigend an einer alten Grenze durch hauptsächlich Nadelwald entlang. Eine Schneise mit dem Pfad führt geradeaus zum Gipfel, der an einem hoffentlich noch nicht zerstörten Steinmann rechts neben einem Grenzfelsen zu erkennen ist, aber auch daran, dass es danach wieder leicht bergab geht (616,8 m -- 1,2 km).

Auch Fingerhut-Pflanzen zieren hier den lichten Wald.

12. Etappe: Schafkopf (616,8 m) -- Rothsohlberg (607,1 m) -- km 0,8 -- Hm ↗ 26    -- Hm ↘ 36
Etappen 1 - 12: km 45,4  -- Hm ↗ 2.296   -- Hm ↘ 1.912

Zunächst geht es geradeaus weiter. Die Schneise biegt rechts ab, wir halten uns links. Der Pfad macht eine Linksbiegung und mündet in einen von links kommenden Forstweg, auf dem wir geadeaus weiter gehen.

Etwa 30 bis 40 m bevor wir auf eine Wegspinne mit einem Rastplatz treffen, sollte man im rechten Winkel
nach rechts ziemlich eben in den Wald stapfen, um ein wenig bekanntes Phänomen zu bestaunen. Man muss schon etwas suchen, um die teils in Kreisform versteckt liegenden langen flachen moosbewachsenen Felsen zu finden. Linkerhand steht ein Hochsitz, an dem wir nicht vorbeigehen dürfen. Gemäß dem Neustadter Hobbyforscher Otto Schmid dienten die Felsen schon in der Früh- und Vorgeschichte der Sonnenbeobachtung zur Festlegung von Kalenderdaten.

Wir treffen nun auf die Wegspinne mit dem Suppenschüssel genannten Felsen zur Linken.

Der Felsen wird aufgrund einer schüsselförmigen Vertiefung Suppenschüssel genannt. Der dazu gehörende Ritterstein weist auf ihn hin. Die Entstehung solcher Vertiefungen habe ich bereits bei den Gletschermulden auf dem Kesselberg
(8. Etappe) beschrieben.

Wir nehmen nun den unmarkierten Pfad direkt links vom Rastplatz, der auf einen von rechts kommenden geschotterten Forstweg trifft, auf dem wir geradeaus wandern. Der Forstweg macht eine Rechtskurve. Da geht es geradeaus auf eine grasbewachsene freie Fläche für den Jäger ein wenig weiter hoch zum Gipfel des Rothsohlberges (607,1 m -- 0,8 km). Der höchste Punkt ist kaum auszumachen.


13. Etappe: Rothsohlberg (607,1 m) -- Herz-Jesu-Kloster -- km 10,0 -- Hm ↗ 1   -- Hm ↘ 385
Etappen 1 - 13: km 55,4  -- Hm 2.297   -- Hm ↘ 2.297
 
Markierungen: 
                 
 






Wir wenden uns nach rechts wieder auf den Forstweg, der nach wenigen Metern endet. Aber als weglose, dennoch begehbare Schneise führt er fast astfrei geradeaus weiter. Weiter unten wurde sogar ein Pfad ausgetreten. Von links kommt im spitzen Winkel ein Forstweg, den wir ein kurzes Stück weiter abwärts gehen. Wir treffen auf den feinkörnig geschotterten mit der Armbanduhr  markierten Forstweg, den wir bis zur Totenkopfstraße an der Einmündung Kalmitstraße (Hüttenhohl) weitergehen.

Direkt an der Straße, noch bevor wie sie überqueren, steht der Ritterstein Nr. 239 mit der Inschrift "Huettenhohl - Ruine alte Huette". Da hier schon zur Römerzeit ein Verkehrsknotenpunkt bestand, hat man die kläglichen Überreste der Grundmauer in der Wanderkarte als "Ruine Römische Wachstube" bezeichnet. Walter Eidelmann vermutet jedoch, dass es sich um eine Schutzhütte für die Fuhrleute im Mittelalter handelte. - Der Name Totenkopf kommt daher, weil vermutlich am weiter nordwestlichen Knotenpunkt Totenkopf ein Totenschädel gefunden wurde..

Wir überqueren die Totenkopfstraße und gehen links parallel zur Kalmitstraße auf der Markierung Armbanduhr weiter. Aber nach wenigen Metern kurz vor einer Weggabelung biegen wir links in den wunderschönen Pfad mit der Markierung weiße Scheibe
  ein, der durch von Nadelwald dominierten Mischwald hinunterführt. Dem querenden Forstweg folgen wir ein Stück nach rechts. Der Weg wird flacher, wir queren das Bächlein und sehen zur Rechten einen schönen Fischweiher. Der Pfad mündet in einen Forstweg, den wir rechts leicht bergab gehen. Die weiße Scheibe machte bei unserer Begehung einen blassen Eindruck. Wir können uns aber auch bis über die Kaltenbrunnerhütte hinaus an der blau-roten Markierung  orientieren. Das Tal öffnet sich linkerhand zu einem Wiesenbiotop. Wir passieren einige Fischweiher zur Linken und erreichen den Parkplatz mit der Waldgaststätte Kaltenbrunner Hütte. (278 m -- 5,4 km)

Den wohl besten Pfälzer Spießbraten mit verschiedenen Beilagen gibt es hier. Ab 10 Portionen kann man ihn bestellen. Für die Geo-Cacher, die den Königsweg jedes Jahr zwei Mal unter die Füße nehmen, ist der Braten das Event.

Wer keine Fahrgelegenheit hat, muss wohl oder übel die letzten 4,6 km auch noch zu Fuß unternehmen. Wir folgen zunächst dem blau-roten Balken, der uns schon eine Weile begleitet hatte und auf einem Forstweg, der auch eine Römerstraße war, zunächst parallel zur Asphaltstraße, weiterführt. Nicht den gleich zu Beginn links abzweigenden am Bach entlangführenden Dr.-Karl-Bäßler-Pfad nehmen!

In der ersten Rechtskurve ist ein bunt angemaltes Reliefbild des Gottes Abraxas  in einen Felsen gemeißelt.

Dort, wo der Weg mit der Armbanduhr-Markierung unseren Weg schräg kreuzt, gehen wir den rechten bzw. oberen Forstweg, nunmehr unmarkiert, bis zum Mausoleum von Conrad Freytag weiter. Vor diesem links mit der roten Scheibe
 hinunter auf die uns bereits bekannte Straße zum Kloster (222 m -- 10,0 km).


Der Pfälzische Königsweg in 2 Tagen

Für eine zweitägige Erwanderung des Königsweges bietet sich folgendes an:

Südschleife: 27,7 km -- Hm
und 1.306
Start an der Edenkobener Hütte Am Hüttenbrunnen: Von dort auf der Südschleife bis zur Lolosruhe. Dann überquert man die Asphaltstraße und geht rechts die Himmelsleiter (auch Engelsleiter genannt) mit der Markierung rotes Kreuz 
PW-Kreuz-Rot.PNG  (Quelle des Markierungszeichens: wiki.openstreetmap) 212 Hm hinunter. Ein schöner 2 km langer Pfad, der kurz vor der Edenkobener Hütte in einen Forstweg mündet. In der Hütte kann man übernachten.

Nordschleife vom Kloster aus: 31,7 km -- Hm und  1.203
 Für die Nordschleife geht man am Hüttenbrunnen die Himmelsleiter hoch zur Lolosruhe. Aufpassen, dass man den Linksabzweig von der Forststraße auf den Pfad nicht übersieht!

Nordschleife vom Hüttenbrunnen aus:
Wohl kaum jemand wird bei dieser Variante zum Kloster hinuntergehen und wieder hinauf. Es bietet sich folgender Weg an: Ab Hüttenhohl über den Hahnenschritt zur Hohen Loog und wieder zurück zum Hahnenschritt. Dann original weiter.
22,3 km -- Hm und  945

Ich danke meiner Frau Ursula und meinem Wanderfreund Gerd Fouquet für die Unterstützung bei der Wegbegehung.